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Zeitz gedenkt der Selbstverbrennung von Pfarrer Brüsewitz

Eine Gedenksäule erinnert vor der Michaeliskirche in Zeitz an Pfarrer Oskar Brüsewitz. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Eine Gedenksäule erinnert vor der Michaeliskirche in Zeitz an Pfarrer Oskar Brüsewitz. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

In Zeitz wird am Mittwoch an die Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz vor 45 Jahren erinnert. Brüsewitz hatte sich am 18. August 1976 vor der Michaeliskirche aus Protest gegen die Bevormundung durch das SED-Regime mit Benzin übergossen und angezündet. Er starb vier Tage später in einem Krankenhaus in Halle an den schweren Verbrennungen. Die Tat sorgte weltweit für Entsetzen und Aufsehen.

Die öffentliche Selbstverbrennung des Theologen «war ein erschütternder Protest gegen staatliche Willkür in der DDR, die Beschneidung der Religionsfreiheit und Benachteiligung christlicher Schülerinnen und Schüler durch das sozialistische Bildungswesen», erklärte die Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Birgit Neumann-Becker, anlässlich des Jahrestages. Er habe damit «ein letztes und verzweifeltes Zeichen gegen die Herrschaftsausübung der SED gesetzt.»

Der 1929 im heutigen Litauen geborene Brüsewitz war gelernter Schuhmacher und hatte erst in den 1960er Jahren die Predigerschule in Erfurt besucht. 1970 wurde er Pfarrer in Rippicha, einem Dorf, das heute zur Gemeinde Gutenborn im Burgenlandkreis gehört. 15 Jahre nach seinem Tod wurde an der Kirche in Zeitz eine Stele errichtet, die an den Tod des Theologen erinnert. Dort wird am Mittwoch auch seine Tochter, die Pfarrerin Esther Fröbel, an einem stillen Gedenken teilnehmen.

Hinweis der Michaeliskirche zu Gedenken

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH