Die Initiative «Kirche von unten» wendet sich gegen eine weitere Zentralisierung innerhalb der evangelischen Landeskirche Sachsen. Auf geschichtsträchtige Weise wurden jetzt 14 Thesen zu dem Thema an die Türen der Kreuzkirche und Dreikönigskirche in Dresden geheftet. Damit warnt die Gruppierung vor einer übereilten Strukturreform. Mit der symbolischen Aktion wolle man die Kirchenmitglieder wachrütteln und zum Unterzeichnen einer Petition mit grundlegender Kritik am Reformpapier der Kirchenleitung aufrufen, teilte die Basis-Initiative mit.
Initiative der Basis möchte Ortsgemeinde im Mittelpunkt sehen
«Die Kirchgemeinde ist der zentrale Bezugspunkt, an dem kirchliches Wirken erfahrbar wird. Deshalb braucht sie verbindliche persönliche Beziehungen und nahe Ansprechpartner», heißt es in den Thesen. Größen beziehungsweise die Organisationsstrukturen der Zusammenarbeit von Kirchgemeinden müssten von diesen selbst und freiwillig bestimmt werden. Als grundsätzliche Handlungs- und Entscheidungsprämisse wird Eigenverantwortung genannt. Wenn Personal-, Finanz- und Sachentscheidungen die Gemeinde betreffen, sollen sie auch dort entschieden werden.
«Kirche von unten» sieht Prozess in die falsche Richtung laufen
Nach Einschätzung der Initiative benennt der Zwischenbericht zur «Kirche im Wandel» zwar viele Probleme der bisherigen Strukturreformen treffend – etwa den Verlust von Nähe, Beziehung und Identifikation. Die daraus gezogenen Schlussfolgerungen würden aber in die falsche Richtung gehen. Statt die Kirchgemeinden vor Ort zu stärken, setze das Papier erneut auf größere, weiter entfernte und komplexere Einheiten. Entscheidungen drohten noch weiter vom Ort des Gemeindelebens entfernt zu werden.