Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat nach den CDU-Verlusten und den starken AfD-Gewinnen bei der Landtagswahl gefordert, intensiv um die Wähler der Rechtspopulisten zu werben. «Wir verzichten auf überhaupt keine Wählerstimme», sagte Kretschmer am Montag vor Sitzungen der CDU-Spitze in Berlin zur Aufarbeitung der Wahlergebnisse in Sachsen und Brandenburg auf die Frage, ob die CDU auf Dauer auf ein Viertel der Wählerstimmen verzichten könne. Zugleich verlangte er von der Bundespolitik mehr Einsatz für Selbstständige und eine bessere Balance zwischen Freiheit, staatlicher Regulierung und Abgabenlast.
CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte im ARD-«Morgenmagazin» betont, eine Zusammenarbeit mit der AfD werde es nicht geben. In Sachsen hatten die Rechtspopulisten 27,5 Prozent erreicht, in Brandenburg 23,5 Prozent. Auf die Frage, ob ihre Partei ein Viertel der Wähler außen vor lassen könne, sagte sie dann: «Ja, wir können.» Das habe die Partei in den Gremien bereits festgelegt, und auch Kretschmer habe dies deutlich gemacht.