Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat mit seinem Vorschlag zur Nutzung der beiden Nord-Stream-Gasleitungen unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. «Michael Kretschmer hat recht. Wir fordern schon lange, dass Deutschland mit Russland über die Wiederinbetriebnahme von Nord Stream spricht - aus eigenem wirtschaftlichen Interesse», sagte Sahra Wagenknecht der Deutschen Presse-Agentur.
Kretschmer hatte «Zeit Online» gesagt, man solle die Pipelines wieder nutzen, um mit Russland ins Gespräch zu kommen. «Nord Stream ist eine mögliche Eröffnung für ein Gespräch mit Russland.» Er plädierte dafür, wieder 20 Prozent des Gasbedarfs in Deutschland über Importe aus Russland zu decken.
Grünen-Bundesvorsitzer Felix Banaszak kritisierte Kretschmers Vorschlag scharf. «Selbst für seine Verhältnisse ist das schon ein überdurchschnittlich dummdreister Vorschlag», sagte er nach Beratungen des Bundesvorstands in Berlin. Kretschmers Vorschlag sei nicht im Interesse der deutschen und europäischen Unabhängigkeit und Resilienz. Er sprach von einem «von vorne bis hinten falschen Signal».