Sachsens Schäfer könnten zum Osterfest wegen der Corona-Krise weniger Lämmer verkaufen als in den vergangenen Jahren. «Das ist derzeit ein großes Thema für uns», sagte der Vorsitzende des Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverbandes, Detlef Rohrmann. Die Gaststätten, die in der Osterzeit traditionell Lamm auf den Tisch bringen, hätten derzeit geschlossen. «Da haben wir ganz große Schwierigkeiten, unsere Lämmer abzusetzen», so Rohrmann, der selbst Schäfer ist und in Pirna-Liebethal rund 600 Mutterschafe mit Hunderten Lämmern hält.
Die meisten Tiere werden nicht direkt verkauft, sondern gehen zum Großhändler - unter anderem in große Schlachtereien nach Hessen oder Brandenburg. Die Großhändler klagten ebenso über gesunkene Abnahmemengen, so Rohrmann. Den Schäfern drohe daher, dass sie auf ihren Lämmern sitzen blieben - oder dass sie sie in den nächsten Wochen nur nach und nach losbekämen. «Für einen schlechten Preis», fürchtet Rohrmann. Denn die in der Weihnachtszeit geborenen Lämmer, die nun als «Osterlämmer» auf den Tisch kommen, sind mit einem Gewicht um die 45 Kilogramm nun schlachtreif. «Wir können sie ja nicht wieder herunterhungern. Die Tiere nehmen immer weiter zu, das Fleisch ist dann nicht mehr so qualitativ hochwertig», sagte Rohrmann.