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Minsk-Kunsthaus: Plattner von DDR-Architektur angetan

Die Bronzeskulptur «Maskenmann /Gesichtzeigen» steht vor «Das Minsk Kunsthaus in Potsdam». / Foto: Patrick Pleul/dpa
Die Bronzeskulptur «Maskenmann /Gesichtzeigen» steht vor «Das Minsk Kunsthaus in Potsdam». / Foto: Patrick Pleul/dpa

Nach zwei Jahren Umbauzeit eröffnet die Stiftung des Kunstmäzens und Unternehmers Hasso Platttner an diesem Wochenende das neue Kunsthaus Das Mink in Potsdam. Der Ort ist durchaus geschichtsträchtig, denn das einstige Terrassenrestaurant Minsk war in der DDR ein beliebtes Ausflugziel, verfiel nach der Wende aber zunehmend. Jetzt soll das Kunsthaus dort auch wieder ein Ort der Begegnung werden.

Werke aus der ehemaligen DDR, die Teil der Kunstsammlung Hasso Plattner sind, werden dort in neuen Kontexten gezeigt und mit Gegenwartskunst verbunden. «Wir wollen die Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit von Lebenserfahrungen zeigen», sagte Direktorin Paola Malavassi vor der Eröffnung am Donnerstag. Die Besucher können Ausstellungen von Wolfgang Mattheuer mit dem Titel «Der Nachbar, der will fliegen» und «Potsdamer Schrebergärten» von Stan Douglas sehen. Dabei soll das Thema Landschaft aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet werden.

Die 3200 Tickets für dieses Eröffnungswochenende waren schnell vergriffen. In Potsdam schuf der Kunstsammler Plattner bereits mit dem Museum Barberini, nicht weit entfernt vom neuen Kunsthaus, einen Besuchermagneten.

Der Kunstsammler und SAP-Mitbegründer Plattner (74) zeigte sich am Donnerstag bei einer Vorbesichtigung auch als Freund des architektonischen Erbes der DDR. «Ich fand das ständige Niederreißen nicht gut», sagte er mit Bezug auf Gebäude aus der früheren DDR, die nach der Wende abgerissen wurden. «Ich fand die Architektur hervorragend», sagte Plattner zu den Gründen für sein Engagement.

«Vielleicht hätte es keinen anderen gegeben, der diese Ruine übernommen hätte. Sie wäre aller Wahrscheinlichkeit nach plattgemacht worden. Und das wär nicht gut gewesen», sagte er. Auch seine Tochter Stefanie Plattner, die bei der Hasso-Plattner-Stiftung für das Projekt zuständig ist, sprach von einem «architektonischen Schmuckstück». Potsdam erhalte einen Ort, an dem die architektonischen und künstlerischen Errungenschaften der DDR erhalten blieben, wenngleich es nicht um einen nostalgischen Blick auf die Vergangenheit gehe.

Die Ausstellungsmacher hoffen, dass das neu sanierte Areal mit den Terrassen und mehreren Brunnen mit Blick auf die Innenstadt wieder ein beliebter Ausflugsort wird. «Wir hoffen, dass nicht nur die Leute hierher kommen, um sich die Kunst anzuschauen, sondern diesen Park auch nutzen, dass die Kinder wieder spielen in den Brunnen und dann anschließend auf der Terrasse ein Eis essen», sagte Kunstsammler Plattner. Er sah sich einige der ausgestellten Werke an und bezeichnete ein Gemälde von Wolfgang Mattheuer mit dem Titel «Gartenbild» als sein Lieblingsbild.

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