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Corona bringt Schlössern Einbruch bei Gästezahl und Umsatz

Die Corona-Pandemie hat den Schlössern, Burgen und Gärten in Sachsen (SBG) 2021 einen herben Verlust an Gästen und Umsatz beschert. Wie der Staatsbetrieb Schlösserland am Dienstag mitteilte, kamen insgesamt rund 826.000 Besucher und damit 294.000 oder 26 Prozent weniger als 2020. 2019 lag die Gästezahl noch bei mehr als zwei Millionen. In Parks und Gärten wie Pillnitz und Großsedlitz hielt sich der Schwund aber in Grenzen. Der Klosterpark Altzella konnte sogar einen Besucheranstieg um 15 Prozent verbuchen. Einrichtungen wie Schloss Moritzburg und die Albrechtsburg Meißen mussten wegen Corona monatelang geschlossen bleiben.

Schlösserland-Direktor Christian Striefler nahm denn auch kein Blatt vor den Mund und redete Klartext: Die Besucherzahlen seien «unvergleichbar schlecht», die Umsätze «grauenhaft». Insgesamt erzielte die SBG einen Umsatz von 6,3 Millionen Euro (2019: 10,7 Millionen). Defizite konnten durch Einsparungen etwa bei Personal und Material zum Teil kompensiert werden, hieß es. Das Land Sachsen gab 12,2 Millionen Euro Zuschuss zu den Betriebskosten. Hinzu kamen Corona-Hilfen und Kurzarbeitergeld.

Im Rückblick gebe es aber auch positive Dinge zu vermelden, sagte Striefler. Als Beleg nannte er den Besucherandrang in der Sommerzeit. Viele Menschen hätten Urlaub im eigenen Land gemacht, wovon auch viele kleinere Einrichtungen abseits der Metropolen profitiert hätten. Nach Angaben des Schlösserbetriebes investierte Sachsen 2021 etwa 17 Millionen Euro in Bauvorhaben. Die größte Maßnahme betraf dabei die Sanierung des Französischen Pavillons im Dresdner Zwinger, der nun die gut besuchte Multimedia-Show «Zwinger Xperience» beheimatet.

Als Vorhaben für dieses Jahr nannte Striefler unter anderem eine Sonderausstellung mit dem Titel «Augusts Afrika» auf Schloss Moritzburg. Sie soll die Sicht von Kurfürst August dem Starken auf den Kontinent beleuchten. In seinem Auftrag war zwischen 1731 und 1733 eine Expedition nach Afrika unternommen worden. In den Burgen Kriebstein, Mildenstein und Gnandstein sowie auf den Schlössern Weesenstein und Rochlitz soll ein Projekt namens Gamification (von «game», also Spiel) vor allem Familien anlocken. Dabei kann man beispielsweise virtuell an ritterlichen Wettkämpfen wie Bogenschießen teilnehmen. Ab Sommer soll es eine neue Erlebnis-App für die Schlösserland-Besucher geben.

Neben den Pandemie-Verlusten muss das Schlösserland noch mit weiteren Sorgen umgehen. «Es wird immer schwieriger, nicht nur gutes Personal zu finden, sondern überhaupt Leute einzustellen», sagte Striefler. Auf drei offene Stellen bei der Dresdner Parkeisenbahn bewerbe sich derzeit niemand. Deshalb werde es wohl nur einen eingeschränkten Fahrbetrieb geben können. Zudem habe man mit einer Kostensteigerung durch Einführung des Mindestlohnes im Herbst 2022 sowie mit Inflation und hohen Energiekosten zu kämpfen.

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