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Beton-Schwibbogen aus dem 3D-Drucker kommt aus Chemnitz

Schwibbögen aus Beton mögen Liebhaber filigraner Laubsägearbeiten kaum überzeugen. Dennoch haben sie einen Vorteil: Sie sind feuerfest und sehr stabil. Forschern aus Chemnitz ging es bei ihrer Arbeit aber um etwas ganz anderes.

Erzgebirgische Tradition trifft auf High-Tech: Ein Forscherteam der Technischen Universität Chemnitz hat gemeinsam mit dem Steinbeis-Innovationszentrum Fibercrete einen Schwibbogen aus dem 3D-Drucker entstehen lassen. Roboter hatten das dekorative Weihnachtsutensil Schicht für Schicht aus faserbewehrtem Beton hergestellt, wie die TU Chemnitz am Dienstag mitteilte. Der 120 Zentimeter breite und 60 Zentimeter hohe Schwibbogen wiegt 14 Kilogramm und soll nicht in Serie gehen. Die Arbeit an dem Referenzobjekt des TU-Forschungsbereiches «Leichtbau im Bauwesen» diente allein wissenschaftlichen Zwecken.

Nach Angaben der Universität wurde der Schwibbogen in einem additiven Fertigungsverfahren mit Hilfe von zwei Robotern und auf Basis einer speziellen Rezeptur hergestellt. Bevor die Roboter ans Werk gehen konnten, kam eine spezielle Software für verschiedene Designvarianten zum Einsatz, hieß es. «Mit dieser Software erfolgt die Erstellung und das parametrische Aufbereiten der Geometrien, die Zerlegung dieser Geometrien in Einzelschichten und die Bahnplanung für die Roboter. Darauf aufbauend werden die finalen Roboterbefehle abgeleitet», erläuterte Enrico Rudolph, Leiter einer Arbeitsgruppe am Forschungsbereich.

Das Steinbeis-Innovationszentrum FiberCrete Chemnitz entwickelte die Betonrezeptur. «Dabei kommt es auf die richtige Mischung an, die während der Förderung pumpfähig sein, aber nach dem Austrag schnell ansteifen muss, um den Aufbau mehrerer Schichten zu gewährleisten», erklärte Henrik Funke, Forschungs- und Entwicklungsleiter von Fibercrete. Weitere Produktentwicklungen im Bereich 3D-Betondruck seien in Vorbereitung. Mit der Entwicklung automatisierter additiver Technologien zur effizienten Fertigung könne man wichtige Weichen für den Wandel der Baubranche in naher Zukunft stellen, ergänzte Projektleiterin Sandra Gelbrich.

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