Der Zoo Leipzig muss seine Shows über Afrika, Asien und Südamerika überarbeiten. Der Stadtrat habe am Mittwochabend beschlossen, dass die Abendveranstaltungen durch Formate ersetzt werden müssten, die keine Klischees und Stereotype bedienten, teilte die Stadt am Donnerstag auf Anfrage mit. Zuvor hatte die «Leipziger Volkszeitung» berichtet.
Auf Antrag des Migrantenbeirates müssten die Shows «in aufklärerischer Absicht einen differenzierten und reflektierten Einblick in historische, gesellschaftliche und kulturelle Strukturen und Zusammenhänge unterschiedlicher Länder und Kontinente vermitteln», hieß es. Bei der Entwicklung der Veranstaltungsformate würden der Migrantenbeirat, die Universität Leipzig, das Museum für Völkerkunde und der Verein Leipzig Postkolonial einbezogen.
Der Migrantenbeirat hatte moniert, dass die Abendveranstaltungen in der jetzigen Form den sogenannten strukturellen Rassismus stärkten und indirekt Rassismus-Betroffenen schadeten, da die Abende auf kolonial-rassistischen Erzählweisen aufgebaut seien. Durch Rhetorik, Bildsprache und Darstellung würden Klischees über Afrika, Asien sowie Süd- und Mittelamerika wiederholt.