Wer an Weihnachten oder Silvester Karpfen als Festessen geplant hat, wird in diesem Jahr tiefer in die Tasche greifen müssen - und womöglich länger suchen. «Die Nachfrage nach Karpfen ist gut. Aber das Angebot ist relativ knapp», sagt Martin Oberle, Leiter der Karpfenteichwirtschaft bei der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Höchstadt. Grund dafür sei, dass es im Frühjahr europaweit deutlich weniger Besatzfische gegeben habe.
Die Karpfensaison geht von September bis April. Für den bundesweiten Absatz ist aber der Dezember mit am wichtigsten, denn zu Weihnachten und rund um den Jahreswechsel wird in vielen Regionen traditionell Karpfen gegessen. Rund 4600 Tonnen haben Teichwirte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr gezüchtet und damit 3,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Führend sind dabei mit großem Abstand Bayern und Sachsen, wo 2021 jeweils etwa 1700 Tonnen Speisekarpfen erzeugt wurden.
«Dieses Jahr wird es noch mal ein Stück weniger», befürchtet Andreas Stummer vom sächsischen Landesfischereiverband. Gleichzeitig gebe es eine große Nachfrage aus Tschechien und vor allem Polen. Die Ursachen dafür seien unklar, könnten aber möglicherweise mit verschärften Naturschutzauflagen zusammenhängen, meint Stummer.