Der Chef des ostdeutschen Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz, Stefan Kapferer, blickt laut eigener Aussage mit Zuversicht auf Konflikte über den Ausbau der Windenergie an Land. «Ich habe den Eindruck, dass der Widerstand eher geringer wird als größer», sagte Kapferer der Deutschen Presse-Agentur. «Aber es bleibt natürlich trotzdem eine große Herausforderung, für diese Akzeptanz zu sorgen.»
Bei vielen Menschen sei inzwischen insbesondere das Preisargument angekommen. Je mehr Grünstrom ins Netz eingespeist werde, umso niedriger sei der Strompreis an der Börse. «Mehr Grünstrom ist für die Bezahlbarkeit der Energiekosten eine gute Nachricht», sagte Kapferer, der Mitglied der FDP ist.
Im 50Hertz-Übertragungsnetzgebiet in den ostdeutschen Bundesländern ist der Anteil an erneuerbaren Energien traditionell hoch und liegt in der Regel deutlich über dem Bundesdurchschnitt. «Wir hatten Anfang des Jahres eine extrem erfreuliche Entwicklung, da hatten wir im Durchschnitt einen Anteil von mehr als 70 Prozent Erneuerbare im Netz», sagte Kapferer. «Ich denke, dass wir im Durchschnitt in diesem Jahr bei knapp 70 Prozent landen werden. Nächstes Jahr kommt mindestens ein Offshore-Windpark hinzu. Insofern sind wir ganz gut unterwegs.»