Zwickaus Oberbürgermeisterin Constance Arndt (parteilos) will die Aufarbeitung zur rechtsextremen Terrorzelle NSU forcieren, sieht das vom Land vorangetriebene Dokumentationszentrum jedoch skeptisch. Unstrittig sei, dass die Auseinandersetzung und Aufarbeitung als Stadtgesellschaft weiter gehen müsse, sagte Arndt der Deutschen Presse-Agentur. Dazu soll es in Zwickau etwa weitere Dialogformate und im kommenden Jahr eine Ausstellung geben.
Die Landesregierung unterstützt zudem Pläne für ein Dokumentationszentrum zum NSU-Terrorismus und hat beim Verein Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA Sachsen) ein Konzept in Auftrag gegeben. Das soll nach Angaben des Vereins Anfang Mai dem Justizministerium übergeben werden. Als Standorte sind Chemnitz und Zwickau im Gespräch.
Der Fokus einer solchen Einrichtung auf den NSU («Nationalsozialistischer Untergrund») greift für Arndt zu kurz: «Das verwischt den Blick auf andere rechtsextreme und andere extreme Phänomene.» Zudem müsse das Ganze auf die Zukunft orientiert sein. Dabei gehe es etwa um Fragen nach den Ursachen von Extremismus und wie solche Taten, wie Extremismus und Rassismus vermieden werden können, sagte Arndt. «Dafür stehe ich auf jeden Fall zur Verfügung.» Eine solch breitere Ausrichtung müsse sich dann aber auch im Namen des Zentrums widerspiegeln.