Die Nachfahren der jüdischen Familie Simson aus Thüringen wehren sich dagegen, dass die AfD die gleichnamige Moped-Marke vereinnahmt. «Wir empfinden jegliche Verbindung mit der AfD als abstoßend und als eine Beleidigung unseres Namens», teilte der Sprecher der heute in den USA lebenden Familie, Dennis Baum, der Deutschen Presse-Agentur mit. «Meine Familie und ich lehnen extremistische Ideologien entschieden ab und wollen die Inbesitznahme unseres Namens durch die AfD nicht hinnehmen.»
Die zu DDR-Zeiten in Suhl produzierten Mopeds der Marke Simson, etwa die Schwalbe oder die S51, sind für viele Liebhaber Kult. AfD-Politiker wie der thüringische Landeschef Björn Höcke nutzen sie als politisches Symbol. In mehreren ostdeutschen Landtagen drang die AfD darauf, die Simson als immaterielles Kulturerbe schützen zu lassen. Sie stehe «für Freiheit, Unabhängigkeit und Individualität», hieß es etwa in einem Antrag der AfD in Brandenburg.
Baum erklärte, die Familie empfinde es als beleidigend, im Zusammenhang mit einer Partei genannt zu werden, die «überwiegend extremistisch» sei. Der Name Simson dürfe unter keinen Umständen zum Symbol der AfD werden.