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Greizer setzen Zeichen gegen Proteste: Pappfiguren mit Namen

Ein Polizist steht vor einem Streifenwagen mit Blaulicht. / Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild
Ein Polizist steht vor einem Streifenwagen mit Blaulicht. / Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

In Greiz haben Institutionen und Vereine gemeinsam ein Zeichen gegen die teils gewaltvollen Proteste gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen gesetzt. Pappfiguren mit aufgedruckten Namen standen stellvertretend für die Teilnehmer der Aktion «Greiz dreht auf», die selbst nicht auf die Straße gehen wollten, um das Infektionsrisiko gering zu halten. Man habe so all denen eine Stimme geben wollen, die hilflos und mit Bedauern die Nachrichten und Schlagzeilen der letzten Wochen zu den Protesten in der eigenen Stadt verfolgen, sagte eine Sprecherin am Samstagabend in der ostthüringischen Stadt.

«Ohne Corona würden wir gemeinsam feiern!» stand auf einem Banner, «Greiz hat Reiz» und «Greiz ist nice» auf Schildern. Ab 19.00 Uhr wurden für eine halbe Stunde Weihnachtslieder von Dächern der Stadt abgespielt - um der «Hilflosigkeit entgegenzuwirken und nicht mehr ohnmächtig zuschauen zu müssen».

Auf der Internetseit der Aktion heißt es: «Wir sind entsetzt, dass Gewalt und Hass mit Fackeln und Böllern durch unsere Straßen getragen werden. Wir sind verunsichert, wenn Krankenhausmitarbeitende nicht zu ihrem Arbeitsplatz kommen, um Menschen zu helfen.»

Am vergangenen Wochenende waren bis zu 1000 Menschen, darunter rechtsextreme Gewalttäter aus Thüringen und den umliegenden Bundesländern, unangemeldet geschlossen in Greiz auf den Straßen. 14 Polizisten wurden verletzt.

Die Polizei hatte sich am Samstag auf mögliche größere illegale und unüberschaubare Versammlungen von Gegnern der Corona-Maßnahmen vorbereitet. Die Brücke, auf der sich die Lage zuletzt zugespitzt hatte, wurde von Beamten aus Thüringen, Berlin und von der Bundespolizei großflächig abgesperrt. Auch ein Wasserwerfer stand bereit.

Während die Proteste am Abend in Greiz ausblieben, kamen am frühen Samstagabend im sächsischen Plauen rund 250 Menschen in der Innenstadt zu einer unangemeldeten Demonstration zusammen. Das berichtete die Polizei dort. Die Veranstalter hätten wegen der Polizeipräsenz in Greiz zu einem Umzug ins nahe gelegene Plauen aufgerufen, hieß es aus dem Lagezentrum der Polizeidirektion Zwickau.

Andernorts in Thüringen zogen meist 20 bis 30 Personen im Rahmen unangemeldeter Versammlungen, die sich gegen die Corona-Politik richten, durch die Städte. In Ohrdruf wurden bis zu 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezählt.

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