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Linke macht Ordensverleihung an Müller zu Landtagsthema

Ein Firmenschild am Stammsitz der Unternehmensgruppe Theo Müller. Foto: Stefan Puchner/dpa/Archiv
Ein Firmenschild am Stammsitz der Unternehmensgruppe Theo Müller. Foto: Stefan Puchner/dpa/Archiv

Die Linke will die Verleihung des Sächsischen Verdienstordens an den Unternehmer Theo Müller («Müllermilch») zum Thema im Dresdner Landtag machen. Sie beantragte dazu eine Debatte für das Plenum Ende September. «Wir sind gespannt darauf, was die Koalition zu dieser peinlichen und teuren Aktion des Ministerpräsidenten zu sagen hat, und dringen weiter auf Aufklärung», sagte Fraktionschef Rico Gebhardt am Mittwoch in Dresden.

Die Regierung solle dem Parlament darlegen, «wer wann und wie entschieden hat, dass Müller die Auszeichnung erhalten soll, weshalb dies in Zürich geschah und welche Verdienste Müllers aus Sicht der Staatskanzlei die Ehrung rechtfertigen».

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte unlängst bei einem Besuch in der Schweiz Müller (81) den Orden überreicht. Die «Sächsische Zeitung» zitierte am Mittwoch aus Müllers Dankesrede. So habe er davon gesprochen, was aus seiner Sicht einen guten Unternehmer ausmacht. Er müsse sich nur um drei Dinge kümmern: «Erstens um Gewinn, zweitens um Gewinn, drittens um Gewinn.» Zuvor habe Müller gesagt, es entspreche nicht seinen Überzeugungen, als Unternehmer Erfüllung darin zu finden, «dass die Allgemeinheit oder zumindest Teile der Allgemeinheit, mit denen er zu tun hat, Lob über ihn äußern».

Der Sächsische Verdienstorden ist die höchste Auszeichnung des Freistaates. Nach Angaben der Regierung können ihn «in- und ausländische Persönlichkeiten für Leistungen erhalten, die insbesondere im politischen, sozialen, kulturellen oder wirtschaftlichen Bereich sowie auf dem Gebiet der Umwelt dem Wohl der Allgemeinheit dienen». Die Zahl der Ordensträger darf nicht höher als 500 sein. Die Auszeichnung erhielten bisher 363 Persönlichkeiten.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH