Eine Woche nach den schweren Ausschreitungen beim Spiel gegen Dynamo Dresden ist der 1. FC Magdeburg noch nicht in der Lage, konkrete Maßnahmen zu ergreifen. In einer Mitteilung äußerten sich Aufsichtsrat, Präsidium und Geschäftsführung des Fußball-Zweitligisten nach einer Phase des Schweigens und baten um Geduld.
„Uns ist bewusst, dass viele Menschen nun konkrete Schritte und klare Antworten erwarten. Gleichzeitig sind wir weiterhin mitten in der Aufarbeitung. Bis dieser Prozess abgeschlossen ist, können und wollen wir keine voreiligen Bewertungen oder Maßnahmenpakete vorstellen“, heißt es in dem Schreiben.
Politik übt Druck auf den Club aus
Bei heftigen Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und der Polizei erlitten über 70 Polizisten Verletzungen. Sie wurden teilweise mit Gullydeckeln und Steinplatten angegriffen. Einige Beamte erlitten „erhebliche Kopfverletzungen bis zu Schädel-Hirn-Trauma-Diagnosen“, erklärte die Innenministerin von Sachsen-Anhalt, Tamara Zieschang (CDU), im Landtag. Am Mittwoch wurde ein 29-Jähriger festgenommen, gegen den unter anderem wegen des Verdachts auf versuchten Mord ermittelt wird.
Zieschang berichtete, dass neben den 70 verletzten Beamten auch fünf Angehörige der Bundespolizei verletzt wurden. Im Vordergrund stehe die Identifizierung der Gewalttäter, so Zieschang, die auch für den Sportbereich zuständig ist. „Und ich sage ganz deutlich: Ich erwarte, dass der Verein bei der Aufklärung mitwirkt.“ Zudem müssten identifizierte Personen mit Stadionverboten belegt werden.
Der Club sieht sich jedoch noch nicht in der Lage, diesen Schritt zu gehen. Er befindet sich weiterhin in „einer intensiven und umfassenden Aufarbeitung der Ereignisse“ und steht im Austausch mit allen beteiligten Stellen. Bisherige Erkenntnisse: Aus dem Gästeblock kam Pyrotechnik, die in Richtung des Heimbereichs flog, woraufhin kurz vor der Halbzeit versucht wurde, über den Innenraum und den Stadionumlauf in den Gästeblock einzudringen. Daraufhin kam es zur Konfrontation mit der Polizei.
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