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Ausschreitungen bei Dynamo Dresden: Großeinsatz für Polizei

Dynamofans randalieren vor dem Stadion. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa
Dynamofans randalieren vor dem Stadion. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Das letzte Heimspiel von Drittligist Dynamo Dresden wurde wegen Sicherheitsbedenken um einen Tag verschoben. Die Polizei war dann am Sonntag mit einem Großaufgebot vor Ort. Dennoch kam es zu heftigen Krawallen.

Traurige Bilanz nach sportlichem Erfolg: Der Aufstieg von Drittligist Dynamo Dresden in die 2. Bundesliga ist am Sonntag von schweren Ausschreitungen begleitet worden. Hooligans griffen etwa 20 Minuten vor Spielende in der Nähe des Stadions gezielt Polizisten und Polizeifahrzeuge an - zunächst mit horizontal abgeschossenen Stabraketen und anderer Pyrotechnik, wie ein dpa-Reporter berichtete.

Später flogen Flaschen und Steine auf Fahrzeuge und Beamte, die wegen der Gewaltbereitschaft immer wieder den Rückzug antreten mussten. Noch während des Einsatzes meldete die Polizei elf verletzte Polizisten. Auch aufseiten der Fans von Dynamo gab es Verletzte. Eine genaue Bilanz stand zunächst noch aus.

Zwei Stunden nach dem Abpfiff des 4:0-Heimsiegs von Dynamo gegen Türkgücü München hatte sich die Situation zunächst nicht beruhigt. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, als sie selbst angegriffen wurde. Es sei klar gewesen, dass bei dieser Partie viele Emotionen im Spiel sind, sagte Polizeisprecher Thomas Geithner. Man habe lange Zeit auch Pyrotechnik toleriert. Dann jedoch seien Einsatzkräfte massiv mit Flaschen und Pyrotechnik beworfen und auch eingekesselt worden. Das sei der Zeitpunkt gewesen, die Strategie zu wechseln: «Deeskalation funktioniert nur, wenn alle es wollen.»

Noch vor dem Anpfiff hatte die Polizei das Umfeld des Stadions abgesichert, da man einen Massenandrang von Fans vor dem Stadion befürchtete. «Wir haben das Stadion zur Festung gemacht», sagte Geithner. Es seien mehr als 1000 Beamte bei einem Spiel eigentlich ohne Fans im Einsatz gewesen. Appelle von Dynamo und der Stadt Dresden, den Weg zum Stadion nicht anzutreten, fruchteten bei etwa 2000 bis 3000 Fans nicht. Sie versammelten sich bereits am Mittag im gegenüberliegenden Großen Garten und zündeten schon vor Spielbeginn Böller und Knaller. Jedes Tor im Spiel wurde mit Pyrotechnik und Sprechchören frenetisch gefeiert.

Derartige Szenen hatte die Polizei eigentlich vermeiden wollen. Weil für Samstag eine Demonstration von Anhängern der «Querdenken»- Bewegung angemeldet worden war, hatte die Polizei Sicherheitsbedenken angemeldet. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verlegte schließlich das Dynamo-Heimspiel auf Sonntag. Mit dieser Maßnahme sollte ein mögliches Zusammentreffen von Fußballfans und Corona-Demonstranten vermieden werden.

Mit einem Großaufgebot gelang es der Polizei am Samstag in Dresden, das Demonstrationsverbot für die Gegner der Corona-Maßnahmen durchzusetzen. Überall auf Plätzen und Straßen in der Innenstadt waren Beamte präsent, Straßen rund um den Landtag waren gesperrt. Für den Fall der Fälle standen Wasserwerfer bereit. Wie die Dresdner Polizeidirektion am Samstagnachmittag mitteilte, waren mehr als 1000 Beamte aus Sachsen und Brandenburg sowie von der Bundespolizei und der sächsischen Bereitschaftspolizei im Einsatz.

Einer Gruppe von acht Leuten wurden unterhalb des Japanischen Palais Platzverweise erteilt, sie hatten die Corona-Auflagen nicht eingehalten. Später betraf das auch eine Gruppe von 22 Radfahrern, die den Kritikern von Corona-Maßnahmen zugerechnet wurden.

In Dresden werden regelmäßig Demos der Initiative «Querdenken 351» angemeldet. Diese will damit gegen die Corona-Maßnahmen protestieren. Die Stadt untersagte die Kundgebungen am Samstag wie schon in der Vergangenheit mit Verweis auf die Infektionsgefahr und bisherige Auftritte von Anhängern der «Querdenker»-Bewegung. Dabei hatte die übergroße Mehrheit der Teilnehmer Hygieneregeln demonstrativ missachtet. Das Dresdner Verwaltungsgericht und das Oberverwaltungsgericht Bautzen bestätigten das neuerliche Versammlungsverbot.

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Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH