Traurige Bilanz nach sportlichem Erfolg: Der Aufstieg von Drittligist Dynamo Dresden in die 2. Bundesliga ist am Sonntag von schweren Ausschreitungen begleitet worden. Hooligans griffen etwa 20 Minuten vor Spielende in der Nähe des Stadions gezielt Polizisten und Polizeifahrzeuge an - zunächst mit horizontal abgeschossenen Stabraketen und anderer Pyrotechnik, wie ein dpa-Reporter berichtete.
Später flogen Flaschen und Steine auf Fahrzeuge und Beamte, die wegen der Gewaltbereitschaft immer wieder den Rückzug antreten mussten. Noch während des Einsatzes meldete die Polizei elf verletzte Polizisten. Auch aufseiten der Fans von Dynamo gab es Verletzte. Eine genaue Bilanz stand zunächst noch aus.
Zwei Stunden nach dem Abpfiff des 4:0-Heimsiegs von Dynamo gegen Türkgücü München hatte sich die Situation zunächst nicht beruhigt. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, als sie selbst angegriffen wurde. Es sei klar gewesen, dass bei dieser Partie viele Emotionen im Spiel sind, sagte Polizeisprecher Thomas Geithner. Man habe lange Zeit auch Pyrotechnik toleriert. Dann jedoch seien Einsatzkräfte massiv mit Flaschen und Pyrotechnik beworfen und auch eingekesselt worden. Das sei der Zeitpunkt gewesen, die Strategie zu wechseln: «Deeskalation funktioniert nur, wenn alle es wollen.»