Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich für eine stärkere Einbeziehung ukrainischer Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt ausgesprochen. «Sie sind willkommen und eine große Bereicherung für unser Land», sagte er am Freitag bei einem Besuch im Ukrainischen Haus, einer Begegnungsstätte für Geflüchtete und der Dresdner Bevölkerung. Die Menschen aus der Ukraine seien top-ausgebildet, jung und motiviert. Es sei vorbildlich, wie sie ihr Leben weiter gestalten und was sie in den vergangenen Monaten in Sachsen alles auf die Beine gestellt hätten. Davon könnten die Menschen in Sachsen auch lernen, etwa in puncto Digitalisierung. Da sei die Ukraine moderner als Deutschland.
«Deutschland ist viel zu sehr reguliert», sagte Kretschmer. Man sollte nicht denen hinterherrennen, die nicht arbeiten wollen, sondern diejenigen unterstützen, die eine Arbeit suchen. Deutschland sei in dieser Beziehung «viel zu sehr Sozialstaat» und brauche mehr Flexibilität. «Das Phänomen, dass wir beim Bürgergeld erleben mit den Menschen, die aus unserem eigenen Land kommen, erleben wir jetzt auch bei den Zuwanderern. 20 Prozent der Ukrainer arbeiten bei uns, in anderen Ländern sind es 60, 70 Prozent. Und jetzt fängt es schon wieder an, dass ein Teil der Bevölkerung und des politischen Spektrums schlecht über diese Volksgruppe redet. Nein, wir sind das Problem, unsere Regeln sind das Problem.»