Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat sich für eine Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro pro Stunde ausgesprochen. Entsprechende Vorgaben für die Mindestlohnkommission hatte Bundesarbeitssminister Hubertus Heil (SPD) am Donnerstag formuliert. «Es ist zuallererst eine Frage des Respekts vor der Arbeit, die Menschen tagtäglich leisten. Viele von ihnen haben während der Corona-Pandemie Applaus erhalten, die folgerichtige Fortsetzung ist eine bessere Entlohnung», sagte Dulig. Zudem sei eine Anhebung auch wirtschaftlich sinnvoll, da die Kaufkraft betroffener Beschäftigten und ihrer Familien wachsen würde.
Dulig - SPD-Chef in Sachsen und zugleich Ostbeauftragter seiner Partei - verwies auf das Betriebspanel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Demnach hatte die Erhöhung des Mindestlohns 2019 in Sachsen 18 Prozent aller Betriebe und 5 Prozent aller Beschäftigten tangiert. In 40 Prozent der betroffenen Betriebe führte die Mindestlohnerhöhung zu höheren Löhnen bei mindestens der Hälfte der Beschäftigten. In diesen Betrieben verdiente also mehr als die Hälfte der Mitarbeiter zuvor weniger als 9,19 Euro.