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Pharma stützt Ost-Chemie in Corona-Krise

Eine Frau geht an einer Pilotanlage zur Herstellung von synthetischem Kautschuk vorbei. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Eine Frau geht an einer Pilotanlage zur Herstellung von synthetischem Kautschuk vorbei. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Die ostdeutschen Chemie- und Pharmaunternehmen schlagen sich wacker in der Corona-Krise. Dennoch herrscht Unsicherheit, Prognosen sind schwierig: Was kommt nach dem Lockdown?

Die ostdeutsche Chemie- und Pharmabranche ist laut Branchenverband in der Corona-Krise bisher mit einem blauen Auge davongekommen. Trotz zeitweiser Kurzarbeit habe es keine kompletten Ausfälle oder Stilllegungen in der Produktion gegeben, sagte die Hauptgeschäftsführerin der Nordostchemie-Verbände, Nora Schmidt-Kesseler. Ein Grund dafür sei, dass die Branche in Ostdeutschland sehr heterogen sei, geprägt von Spezialprodukten.

Zudem sei der Anteil von Pharma am Gesamtumsatz der Branche mit 40 Prozent deutlich höher als in Deutschland insgesamt mit 25 Prozent Pharma-Anteil. Mit der Corona-Pandemie sei die Nachfrage an Desinfektionsmitteln gestiegen, ebenso an Spritzen, Kanülen für Impfungen, auch für die Ausstattung von Impfzentren. In Bezug auf die ehrenamtliche Unterstützung in den Impfzentren durch Beschäftigte aus den Unternehmen sagte sie: «Das ist ein hochsensibler Bereich, allein für die Kühlung und Portionierung der Impfdosen braucht es pharmazeutisches Fachpersonal.»

Eine Prognose für die ostdeutsche Chemie- und Pharmabranche für 2021 abzugeben, sei derzeit sehr schwer, sagte Schmidt-Kesseler. «In den Unternehmen herrscht große Unsicherheit darüber, welche Auswirkungen der lange Lockdown haben wird, wie sich das Impfgeschehen weltweit entwickelt», sagte sie. Nötig seien politische Rahmenbedingungen und eine klare Strategie für die Zeit nach dem Lockdown. Die Nordostchemie-Verbände vertreten die Interessen von rund 360 Mitgliedsunternehmen. Die Branche hat rund 55 000 Beschäftigte in Ostdeutschland.

«Trotz der unsicheren Lage erwarten wir, dass die Zahl der Beschäftigten stabil bleibt. Zudem konnten unsere Unternehmen bei der Übernahme von Auszubildenden im vergangenen Jahr einen Rekordwert von 95 Prozent vermelden», sagte Schmidt-Kesseler. Der Umsatz der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland ist den Angaben zufolge 2020 im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf rund 186 Milliarden Euro gesunken. In Ostdeutschland lag der Umsatz bei 26 Milliarden Euro. Das bedeute einen vergleichsweise geringen Rückgang von vier Prozent.

Die konjunktursensible Branche litt in Deutschland insgesamt unter den wirtschaftlichen Einbrüchen in der Corona-Krise etwa in der Autoindustrie. Die Chemie ist zum Beispiel mit Lacken und Spezialkunststoffen ein wichtiger Produzent für die Fahrzeugbranche.

Fakten zur ostdeutschen Chemie

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

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