In den Unternehmen am Chemiestandort Leuna gibt es derzeit keine Planungen, die Produktionen angesichts des Ukraine-Kriegs einzustellen. «Das ist uns das Wichtigste», sagte der Geschäftsführer der Infrastrukturgesellschaft Infraleuna, Christof Günther. In Leuna sind rund 100 Unternehmen ansässig, die 12.000 Menschen beschäftigen. Dazu gehört die TotalEnergies Raffinerie Mitteldeutschland GmbH. Der französische Mineralölkonzern hatte angekündigt, kein russisches Erdöl mehr kaufen zu wollen, stattdessen auf internationalen Märkten. Dies hatte für Aufsehen und Verunsicherung am Standort gesorgt.
Die Leuna-Raffinerie verarbeitet bisher zwölf Millionen Tonnen Rohöl aus Russland pro Jahr, um daraus Kraftstoffe wie Benzin und Diesel sowie chemische Grundstoffe wie Methanol herzustellen. Günther zufolge sind am gesamten Standort Leuna indes zahlreiche Investitionsprojekte in Arbeit. «Das sind Anlagen, die Maßstäbe für die Zukunft der chemischen Industrie setzen werden, sowohl für die Rohstoffbasis als auch in den Technologien», sagte er. «Da sind wir schon sehr weit, aber fossile Rohstoffe wie Gas und Öl kann man nicht kurzfristig ersetzen», sagte Günther. Der Manager ist energiepolitischer Sprecher des Branchenverbandes Nordostchemie.