Für den Wirtschaftsminister ist es nicht weniger als ein «historischer Durchbruch». Die Umweltministerin sagt, es habe zu lange gedauert, könne sich aber sehen lassen. Fast ein Jahr, nachdem die Kohlekommission auf 278 Seiten ausgebreitet hat, wie Deutschland aus der Kohle aussteigen soll, ist eine entscheidende Hürde genommen: Es gibt einen Fahrplan, wann welches Braunkohle-Kraftwerk vom Netz soll - spätestens 2038 ist Schluss, für den Klimaschutz.
Billig wird das nicht. Zusammen 4,35 Milliarden Euro bekommen die Braunkohleunternehmen, 40 Milliarden sollen den Kohleregionen beim Umsteuern helfen, noch weitere Milliarden gehen an Kohlekumpel, deren Jobs wegfallen, und Unternehmen, die besonders viel Strom brauchen und im internationalen Wettbewerb stehen. Steigende Strompreise, Jobverluste, Strukturwandel, viel Geld soll das abfedern.
Da stellen sich zwei Fragen: Setzt all das wenigstens das Land beim Einsparen von Treibhausgasen aufs richtige Gleis? Und: Kehrt zwischen Klimaschützern und der Politik ein bisschen Frieden ein?