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Boom bei Solaranlagen beflügelt Geschäfte von Solarwatt

Das Firmengebäude der Solarwatt GmbH. / Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Das Firmengebäude der Solarwatt GmbH. / Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Nicht nur Gas, auch Strom kommt viele Verbraucher erheblich teurer als zuvor. Das treibt die ohnehin boomende Nachfrage nach Solaranlagen auf dem eigenen Hausdach. Davon profitiert der Dresdner Hersteller Solarwatt.

Steigende Preise auch für Strom beflügeln die Nachfrage von Hausbesitzern nach Solaranlagen. Das Interesse habe schon zuvor geboomt, seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges samt der Folgen für den deutschen Energiemarkt gebe es einen Hype, sagte der Chef des Dresdner Solarherstellers Solarwatt, Detlef Neuhaus, der Deutschen Presse-Agentur. Das treibt die Geschäftszahlen in neue Höhen. Von Januar bis Ende September habe sich der Umsatz auf 250 Millionen Euro mehr als verdoppelt gegenüber dem Vorjahreszeitraum - ein Rekord in der rund 30-jährigen Firmengeschichte. Die Prognose fürs Gesamtjahr wurde nun von einst 256 Millionen auf deutlich über 350 Millionen Euro angehoben (2021: 160 Mio Euro).

Das Unternehmen hatte voriges Jahr seine Produktion in Deutschland ausgeweitet. Allerdings laufe dies noch nicht ganz unter Volllast, räumte Neuhaus ein. Der Hochlauf sei schwieriger gewesen als gedacht. Vor allem Ausfälle infolge der Corona-Pandemie sowohl eigener Teams als auch bei Dienstleistern hätten dies erschwert. Die Zahl der Beschäftigten ist binnen Jahresfrist von 600 auf 725 gestiegen. Nach den kräftigen Investitionen soll Solarwatt kommendes Jahr die Gewinnschwelle erreichen.

In den ersten neun Monaten hat das Unternehmen rund 49.000 Anlagen verkauft (Vorjahreszeitraum: 27.000), davon etwa die Hälfte in Deutschland. «Der Markt wächst dramatisch», konstatierte Neuhaus. So schnell könne kein Anbieter die Kapazitäten ausweiten. Solarwatt hat sich vor allem auf kleinere Photovoltaikanlagen sowie Speicher für den Privatgebrauch spezialisiert und nutzt auch Auftragsfertigung in Asien, um die hohe Nachfrage zu bedienen. Zugleich wird über eine erneute Erweiterung der Produktion hierzulande nachgedacht. Dazu sei man in der letzten Findungsphase, so Neuhaus.

«Die Auftragsbücher in der Photovoltaikbranche sind gegenwärtig gut gefüllt», bestätigte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, Carsten Körnig. Im jüngsten Branchenbarometer hätten die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage überwiegend als sehr gut bezeichnet.

In den ersten acht Monaten seien 21 Prozent mehr Solarstromleistung installiert worden als im Vorjahreszeitraum, erklärte Körnig mit Verweis auf Daten der Bundesnetzagentur. Es seien bereits mehr neue Solaranlagen in Betrieb gegangen als im gesamten Vorjahr. Besonders stark sei die Nachfrage bei Eigenheimbesitzern gestiegen (+40 Prozent) sowie für ebenerdig errichtete Solarparks (+65 Prozent), auf Gewerbedächern gebe es dagegen einen Rückgang von etwa 40 Prozent.

Die enorme Nachfrage hat für Interessenten Wartezeiten zur Folge. Die betrügen im Schnitt ein halbes Jahr und länger, sagte Neuhaus: «Das Nadelöhr sind die Fachhandwerker.» Trotz Preissteigerungen bei den Anlagen für Endkunden um 20 bis 25 Prozent lohne die Anschaffung für den Eigenverbrauch von Strom nach wie vor. Sie lieferten Strom zu Kosten von unter 10 bis maximal 15 Cent je Kilowattstunde, rechnete Neuhaus vor.

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