Der angenehme Kulturschock hätte Jesse Marsch beinahe vom Wesentlichen abgelenkt. Die Fußball-Romantik im engen Viertliga-Stadion des SV Babelsberg 03 fand der Trainer von RB Leipzig «cool» und «geil». Doch der Amerikaner wusste natürlich sehr schnell, dass der Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals eine Selbstverständlichkeit war, die an seiner grundsätzlich schwierigen Lage nichts änderte.
«Es ist ein bisschen abgehakt», sagte Marsch gleich nach dem 1:0-Sieg des Vorjahresfinalisten im Karl-Liebknecht-Stadion von Potsdam. Der 47-Jährige wusste auch, dass der zwar ungefährdete, aber dennoch zu knappe Sieg gegen den tapfer verteidigenden Regionalligisten nicht dazu taugte, seine Situation grundlegend zu verbessern. Zwei, drei Tore mehr hätten es schon sein sollen.
Eintracht Frankfurt am Samstag in der Bundesliga und Teil zwei des Top-Star-Duells gegen Paris Saint-Germain am kommenden Mittwoch heißen die nächsten Aufgaben. Die Ergebnisse in diesen Spielen werden Marsch den Weg zeigen. In Frankfurt konnte RB noch nie gewinnen. Gegen Lionel Messi, Kylian Mbappé und Neymar geht es in der Königsklasse um die allerletzte Chance. «Wir sind durch. Wir sind glücklich über die Erfahrung», sagte Marsch als Schlussstrich unter den Pokalausflug nach Potsdam.