Dass er für Superlative herhält, ist Nils Kretschmer nicht neu. Mit derzeit 427.000 Followern auf Instagram ist er deutschlandweit der reichweitenstärkste Handball-Influencer, vielleicht sogar weltweit. Nun ist der 33-Jährige, der von 2015 bis 2024 beim heutigen Handball-Zweitligisten HC Elbflorenz in Dresden spielte, um eine Bezeichnung reicher. Der gebürtige Lübecker ist die Hauptfigur im bislang des größten Dopingskandals des deutschen Handballs - gemessen an der Strafe.
Vom Deutschen Handball-Bund (DHB) und der Handball-Bundesliga (HBL) wurde der Zwei-Meter-Hüne nach der erwiesenen Einnahme von Testosteron für vier Jahre gesperrt. Die Staatsanwaltschaft München strengte zudem einen Zivilprozess an, der nun beendet ist. Unter anderem wegen der unerlaubten Anwendung von Dopingmitteln und deren vorsätzlich unerlaubten Erwerbs wurde der Nils Kretschmer zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Zusätzlich zahlt er eine hohe Geldstrafe. Das Urteil ist seit dem 9. Dezember rechtsgültig.
Auch deshalb äußert sich der geständige Dopingtäter nun erstmals zu seinem Vergehen, auch wenn es ihn emotional enorm aufwühlt, über das Thema zu reden, das ihn 14 Monate lang förmlich zerfressen hat. "Der Abschluss des Verfahrens war für mich eine Erleichterung. Ich habe einen Fehler gemacht, bin mir der Sache komplett bewusst, ich habe eine Strafe verdient. Das ganze Thema war sehr anstrengend für die Psyche. Ich war irgendwie erleichtert, dass das Thema abgeschlossen ist und ich nach vorn schauen kann", sagte der ehemalige Rückraumspieler.