Vorstandssprecher Tobias Leege von Fußball-Drittligist FSV Zwickau hat angeregt, die drei höchsten deutschen Profiligen unter einem Ligaverband zu vereinen. «Ein systemisches Problem, das man nun lösen kann, ist die Ansiedlung der 3. Liga, die als Profiliga konzipiert ist, aber nicht unter dem Dach der DFL agiert», sagte Leege in einem Interview beim Deutschlandfunk.
Aufgrund der Fernsehverträge seien die Clubs der Bundesligen finanziell ganz anders ausgestattet. «Wir als 3. Liga orientieren uns aber an der ersten und zweiten Liga. Das berücksichtigt aber nicht die unterschiedliche Liquiditätsausstattung», erklärte Leege. Das sei ein Punkt, «wo man sich überlegen muss, ob man das Gefüge zwischen Amateur- und Profifußball überdenkt», erklärte der Funktionär.
Leege befürchtet, dass «eine ganze Reihe von Clubs» eine mögliche Insolvenz bei einer längeren Aussetzung des Spielbetriebs «nicht überleben» werde. Insolvenzverwaltern werde es dann nicht gelingen, die Vereine am Markt zu halten.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte am Freitag ein Maßnahmenpaket verabschiedet, wonach in Not geratene Vereine im Falle eines Insolvenzverfahrens zumindest in dieser Saison keinen Punktabzug fürchten müssen. Laut Leege könne das zu einer «Wettbewerbsverzerrung führen», weil dies Vereinen, «die jahrelang über ihren Verhältnissen gelebt und Schuldenberge angehäuft haben, helfen kann», betonte der Vorstandssprecher des FSV. Diese Clubs könnten sich «galant» aus der Situation befreien.