Wie ein blutiger Bullenkopf zu einem ohnehin brisanten Pokalspiel ins Dresdner Stadion gekommen ist, weiß die Polizei bis heute nicht. Den Fußball-Zweitligisten kommt dieses makabre Schauspiel seiner Fans - das gegen den Erzrivalen RB Leipzig gerichtet war - teuer zu stehen. Weil Dynamo-Anhänger zudem zahlreiche beleidigende Plakate aufgehängt hatten und der Club durch Ausschreitungen vorbelastet ist, haben sich die Dresdner vergebens gegen eine harte Strafe des DFB-Sportgericht gewehrt. Der Aufsteiger muss ein Spiel unter Teilausschluss der Öffentlichkeit bestreiten und eine Geldstrafe in Höhe von 40 000 Euro bezahlen.
Dieses Urteil fällte das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes in seiner Berufungsverhandlung am Mittwoch in Frankfurt. «Dies ist kein Bullenkopf-Verfahren», betonte der Vorsitzende Richter Achim Späth jedoch und verwies auf fast 20 Vorfälle, mit denen Dresden vorbelastet in die fünfeinhalbstündige Verhandlung ging. Dresdens Geschäftsführer Michael Born ließ offen, ob man noch das Ständige Schiedsgericht des DFB anruft. Von den Maßnahmen betroffen ist höchstwahrscheinlich das Heimspiel am 5. Februar gegen Union Berlin, dann muss der K-Block mit über 9000 Zuschauern geschlossen werden.