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Festwoche «300 Jahre Herrnhut» mit Gottesdienst eröffnet

Mit einen Festgottesdienst hat die Evangelische Brüdergemeine Herrnhut in Ostsachsen am Sonntag im sanierten Kirchensaal ihrer Gründung vor 300 Jahren gedacht. Damit wurde zugleich eine Festwoche zum Ortsjubiläum eröffnet, die bis zum 19. Juni Konzerte, Gottesdienste, Feiern und einen Festumzug umfasst. Herrnhut sei seitdem ein Ort, «der Menschen zusammenbringt», sagte Pfarrer Peter Vogt. Damals seien es Flüchtlinge gewesen aus Mähren, die hier Zuflucht fanden, heute seien Menschen aus der Ukraine unter ihnen.

Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700-1760) gewährte den Nachfahren der Böhmischen Brüder und Glaubensflüchtlingen im 18. Jahrhundert Asyl auf seinem Gut und gründete mit ihnen den Ort «unter des Herrn Hut». Am 17. Juni 1722 wurde an der Landstraße zwischen Löbau und Zittau der erste Baum für ein kleines Haus gefällt. Damit begann die Geschichte der kleinen Stadt in der Oberlausitz, die inzwischen mit ihren Losungen, den Herrnhuter Sternen und der Herrnhuter Mission in der Welt bekannt ist.

Aus der Siedlung entwickelte sich schnell ein bedeutender Platz für Handwerk und Handel: Durch Ausbreitung und Missionstätigkeit der Herrnhuter Brüdergemeine wurde sie zum Zentrum einer global vernetzten kirchlichen Erneuerungsbewegung.

Die Herrnhuter Brüdergemeine ist eine evangelische Freikirche, sie geht auf die 1457 entstandene Böhmische Brüder-Unität zurück. Der Name leitet sich von der lateinischen Bezeichnung «Unitas Fratrum» für Böhmische Brüder ab. Die Angehörigen lebten als evangelische Minderheit im katholischen Königreich Böhmen. Ihr geistlicher Ahnvater war der Reformator Jan Hus (1371-1415), der als Ketzer verbrannt wurde. Die derzeitige Brüder-Unität gliedert sich in 29 Provinzen mit weltweit über 1,2 Millionen Mitgliedern, etwa 70 Prozent davon in Afrika - in Europa zählt sie nach eigenen Angaben zusammen etwa 22.800 Mitglieder.

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