Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) nach Aufhebung des Corona-Beschlusses zur Osterruhe in Schutz genommen. «Ich finde, sie muss dafür nicht die Verantwortung übernehmen. Diese Entscheidung ist von 16 Ministerpräsidenten und der Bundesregierung gemeinsam getroffen worden», sagte er am Mittwoch am Rande der Landtagssitzung in Dresden: «Wir haben über die vergangenen zwölf Monate diesem Land viele richtige Entscheidungen gegeben.» Die Entscheidung vom Montag gehöre nicht dazu. Das sollte man auch offen und deutlich sagen. Sie sei aber in einem guten Willen geschehen.
Merkel hatte sich am Mittwoch bei den Bürgern entschuldigt. Der ganze Vorgang habe zusätzliche Verunsicherung ausgelöst, sagte sie in Berlin. «Das bedauere ich zutiefst, und dafür bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger um Verzeihung.»
Kretschmer begründete die ursprüngliche Entscheidung zur Osterruhe mit der Entwicklung seit der vorherigen Ministerpräsidentenkonferenz. Damals habe man den zweiten vor dem ersten Schritt gemacht, sagte er mit Blick auf damals beschlossene Lockerungen. Inzwischen gebe es eine Verdoppelung der Infektionszahlen in Sachsen, wo die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch bei 154,9 lag. Man müsse davon ausgehen, dass sich die Inzidenz auch weiter verdoppele. «Man kann einer solchen Erkrankung keinen politischen Willen aufzwingen.»