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Köpping fordert andere Kriterien für Impfstoffverteilung

Petra Köpping (SPD), Sozialministerin von Sachsen, spricht. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa
Petra Köpping (SPD), Sozialministerin von Sachsen, spricht. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping tritt für veränderte Kriterien bei der bundesweiten Verteilung der Corona-Impfstoffe ein. In besonders betroffenen Regionen - wie etwa in Sachsen entlang der tschechischen Grenze - müsse man anders aktiv werden, sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag in Markkleeberg bei Leipzig. Dort hatte sie ein Seniorenzentrum besucht.

Sie habe schon im Herbst gefordert, dass Bundesländer mit einem hohen Anteil älterer Menschen bei der Vergabe von Impfstoffen anders berücksichtigt werden müssen, sagte Köpping. Das sei damals abgelehnt worden und man habe die Verteilung nach Einwohnerschlüssel gewählt. Jetzt gebe es in Grenzregionen besonderen Handlungsdruck.

Tschechien ist derzeit der Corona-Hotspot in Europa. Sachsen hat sich daher bereits entschieden, im angrenzenden Vogtlandkreis die Impfpriorisierung aufzuheben und alle ab 18 zu impfen. «Wenn ich das aber alleine mache, ohne dass es eine Impfstoff-Umverteilung gibt, bedeutet das, dass ich anderen Impfstoff wegnehme», sagte Köpping. «Und das ist glaube auch nicht gerechtfertigt. Insofern muss man da neu drüber nachdenken, dass man bundesweit Prioritäten setzt.»

Mit dem Impfen der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen - wie etwa Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen - sei Sachsen inzwischen weit vorangekommen. Von 690 Pflegeeinrichtungen sei nur in zwei bisher nicht geimpft worden, weil es dort aktuell noch Corona-Ausbrüche gebe.

«Bei den Bewohnerinnen und Bewohnern ist die Impfbereitschaft generell sehr hoch, zwischen 80 und 90 Prozent», stellte die Ministerin fest. «Beim Pflegepersonal wächst sie. Am Anfang gab es natürlich Skepsis. Aber inzwischen erfahre ich immer mehr, dass sie wächst. Wir haben noch keine statistische Erhebung darüber. Wir sind durchaus optimistisch, dass wir eine gute Situation in der Zukunft haben werden.»

In Sachsen sind seit Beginn der Pandemie mehr als 8000 Corona-Patienten gestorben. Die Hälfte davon waren laut Köpping Bewohner von Alten- und Pflegeheimen.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH