Die sächsischen Grünen sind mit ihrer strikten Ablehnung der Erdgaspipeline Nordstream 2 im Landtag allein auf weiter Flur. Der Riss reicht dabei bis ins Kabinett, denn auch der für Energie und Klima zuständige Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) sprach sich am Donnerstag im Parlament gegen die Pipeline aus. «Sachsen hat kein Interesse an Nordstream 2», schloss er seine Rede. Günther plädierte zwar für vielfältige Lieferkanäle. Es gebe aber überhaupt keinen Bedarf für weiteres Erdgas aus Russland.
Grünen-Fraktionschefin Franziska Schubert hielt einen Baustopp der fast vollendeten Pipeline aus vielen Gründen für richtig und brachte dafür nicht nur geopolitische Erwägungen ins Spiel: «Partnerschaft braucht Menschenrechte als Grundlage.» Die Verletzung der Menschenrechte in Russland sei gravierend. Die Debatte war von den Grünen beantragt worden. Sie nahmen dafür die Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny zum Anlass und wollten grundsätzlich über die Partnerschaft mit Russland sprechen.