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Forscher: Großstädte schrumpfen im zweiten Pandemie-Jahr

Das Leipziger Neue Rathaus steht im morgendlichen Licht. / Foto: Jan Woitas/dpa/Archivbild
Das Leipziger Neue Rathaus steht im morgendlichen Licht. / Foto: Jan Woitas/dpa/Archivbild

Wir wirkt sich die Pandemie auf die Entwicklung der Großstädte aus? Dieser Frage gehen Forscher in Leipzig nach. Ein ganz einheitliches Bild haben sie noch nicht.

Die deutschen Großstädte haben auch im zweiten Corona-Jahr 2021 im Durchschnitt an Bevölkerung verloren. Das haben Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) nach einer Auswertung von Einwohnermeldedaten der 15 größten deutschen Städte herausgefunden.

Das Team um den UFZ-Stadtsoziologen Prof. Dieter Rink hatte sich die Entwicklung schon im ersten Jahr der Pandemie angeschaut. Stagnation und Schrumpfung der Großstädte hätten sich fortgesetzt, schreiben sie in einem neuen Diskussionspapier. Jedoch gibt es Unterschiede zwischen den Kommunen - einige Städte wie Leipzig und Berlin wuchsen auch.

Die Forscher haben die Bevölkerungsentwicklung in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, München, Leipzig, Dresden, Hannover, Düsseldorf, Essen, Bremen, Stuttgart, Nürnberg, Dortmund und Duisburg analysiert. Wie schon 2020 gab es bei der Bevölkerungsveränderung ein Minus von 0,18 Prozent. Bis 2019 waren die Städte dagegen noch fast ausnahmslos gewachsen, allerdings mit nachlassender Dynamik.

Zwischen den Großstädten gibt es deutliche Unterschiede. Fünf Großstädte konnten 2021 wachsen - allen voran Leipzig, gefolgt von Berlin, Hannover, Hamburg und München. Dagegen verdreifachten sich die Bevölkerungsverluste in Bremen im Jahresvergleich, und auch Köln verlor 2021 mehr als doppelt so viele Einwohner wie noch 2020. «Insgesamt ist das Bild sehr durchwachsen», schreiben die Forscher.

Ein wichtiger Faktor für die Entwicklung der Großstädte ist die Zuwanderung. 2020 hatte es da starke Einbrüche gegeben, 2021 sei die Lage wieder positiver gewesen. Einem Plus von 7,1 Prozent bei den Zuzügen habe ein Zuwachs bei den Fortzügen um 6,7 Prozent gegenüber gestanden.

Das Verhältnis von Geburten zu Sterbefällen sei 2021 günstiger als 2020 gewesen: Die Zahl der Geburten stieg über alle Großstädte hinweg um 2,4 Prozent, die Zahl der Sterbefälle im Schnitt um 3,1 Prozent. 2020 hatte es einen Geburtenrückgang um 2,5 Prozent und einen Anstieg der Sterbefälle um knapp 5 Prozent gegeben.

Es sei derzeit schwierig, den Anteil zu bestimmen, den die Pandemie an der Stadtentwicklung hat - Corona sei aber ein Trendverstärker, sagte Prof. Rink. «Wir erleben gerade eine starke Fluchtzuwanderung aus der Ukraine infolge des Krieges. Wir gehen von einer weiteren Zuwanderung in die großen Städte auch in naher Zukunft aus, aber sie wird sich auf einem niedrigeren Level als vor der Pandemie bewegen und selektiv sein». Angespannte Wohnungsmärkte und hohe Mieten in den meisten Großstädten hemmten zugleich die Zuwächse.

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