«Ich bin der Martin» - so stellt sich Sachsens stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) vor, wenn er für sein Projekt «Deine Arbeit, meine Arbeit» unterwegs ist. Bis zur Mittagspause dauert es meist. «Dann hat meine Anwesenheit die Runde gemacht», berichtet Dulig. Seit anderthalb Jahren besucht er - soweit es geht inkognito - Betriebe in Sachsen und arbeitet für acht Stunden mit. Gut ein Dutzend Einsätze hat er hinter sich: Flugzeuge beladen am Airport Leipzig/Halle, Dachdecken, Aushelfen im Pflegeheim oder als Bergmann unter Tage.
Zwar sei er als Wirtschaftsminister oft zu Besuch in Betrieben - die er aber dann aus Sicht der Unternehmer erlebe. «Um mitzubekommen, wie vielfältig Arbeit ist - wie schwer, einfach, frustrierend oder erfüllend - das geht nur, indem man wirklich in die Arbeitswelt eintaucht.» Dulig tritt bei seinen Einsätzen als Praktikant oder Leiharbeiter auf, lässt sich in Listen gern als «Martin Schmidt» führen. Im Blaumann erkennen ihn die meisten nicht. «Die Leute kennen mich ja nur im Anzug, sie erwarten mich schlichtweg nicht.» So sei es leichter, ins Gespräch zu kommen. Wird er gefragt, verleugnet er seine wahre Identität schon mal.