Die quietschbunte Treppe in Chemnitz neben dem Technischen Rathaus springt einem förmlich ins Gesicht. Die Lego-Stein-Ästhetik in Gelb, Blau oder Rot ist ein Projekt der «BuntmacherInnen», einer zivilgesellschaftlichen Initiative aus Chemnitz. Und sie ist ein Ergebnis der Kulturhauptstadtbewerbung. Das Konzept der sächsischen Stadt dabei: einfach mal machen.
«Mit diesem Macher-Ansatz wollen wir all die Leute und Orte sichtbar machen, die man nicht sieht und damit auch ein Chemnitz, das in Europa - noch - keiner auf dem Schirm hat», sagt Jenny Zichner vom Bewerbungsteam 2025. Am Donnerstag (22. Oktober) steht nun der digitale Jury-Besuch an.
Angedockt an die städtische Wirtschaftsförderung arbeitet das Kulturhauptstadt-Büro seit mittlerweile drei Jahren an der Bewerbung. Vor allem am Anfang nicht ohne Kritik. «Die Bewerbung war lange nicht sichtbar, nicht greifbar, hat die Chemnitzer nicht wirklich mitgenommen», so die Einschätzung von Daniel Dost. Der Theaterwissenschaftler gehört zu den zehn bis 15 aktiven Mitgliedern der sogenannten BuntmacherInnen und war selbst lange Zeit einer von denen, die man als «stille Mitte» bezeichnen könnte. «Dann kam es zu den Ereignissen im Spätsommer 2018 und wir hatten alle das Gefühl, nicht länger nichts tun zu können», schildert er.