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15 kriegsverletzte Ukrainer in Krankenhäusern aufgenommen

Krankenhäuser in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben erstmals 15 kriegsverletzte Menschen aus der Ukraine aufgenommen, darunter fünf Kinder. Es handle sich um Patienten, die bei Explosionen oder durch Schüsse verletzt wurden, sagte der Direktor der Klinik für Anästhesiologie am Uniklinikum Leipzig, Sebastian Stehr, am Freitag auf dpa-Anfrage. Er koordiniert die Verteilung in Sachsen. «Nach unserem Kenntnisstand sind alle Zivilisten.» Die Verletzungen lägen teils schon Wochen zurück. Es gehe nun um die abschließende Behandlung, zu der auch die Anpassung von Prothesen sowie Rehabilitation gehöre. «Da wird noch eine längere Therapie nötig sein», betonte Stehr.

Die Luftwaffe hatte am Donnerstag mit einem Spezialflugzeug erneut 24 ukrainische Patienten aus dem Osten Polens nach Deutschland gebracht. 15 davon wurden auf dem Flughafen Leipzig an Krankentransporter übergeben und in verschiedene Kliniken gefahren. Die Auswahl der Krankenhäuser erfolge über das Trauma-Netzwerk, erläuterte Stehr. Zur weiteren Behandlung wurden die Verletzten in Kliniken in Leipzig, Dresden und Chemnitz, Halle und Magdeburg sowie Jena gebracht.

Schon in den Wochen zuvor waren mit dem A310 MedEvac kriegsverletzte Ukrainer zur Behandlung nach Deutschland gebracht worden. Das Flugzeug ist die fliegende Intensivstation der Luftwaffe. Er rechne mit weiteren Transporten, sagte Stehr. «Die Bereitschaft der Krankenhäuser ist hoch, solche Patienten aufzunehmen.»

Laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sind bislang 73 Menschen auf diese Weise nach Deutschland verlegt worden. Vielfach seien darunter Kinder und chronisch Kranke, die in zerstörten ukrainischen Kliniken nicht mehr versorgt werden könnten.

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