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SKD erforschen staatliche Verwertung von Museumsgut in DDR

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) erforschen mit Förderung des Deutschen Zentrums für Kulturgutverluste (Magdeburg) die Verwertung von staatlichem Museumsgut zu DDR-Zeiten. Mit dem bis Mai 2026 laufenden Projekt leiste der Museumsverbund «Pionierarbeiten», sagte der Direktor des Kunstgewerbemuseums, Thomas Geisler, laut Mitteilung am Donnerstag. Die Ergebnisse dieser wichtigen Grundlagenforschung zur jüngeren Provenienz sollen helfen, die Mechanismen zu verstehen, um diese Erkenntnisse auf andere Museen und Objektgattungen übertragen zu können. Untersucht werden die geschäftlichen Beziehungen des Museumsverbundes mit DDR-Außenhandelsfirmen wie der Kunst- und Antiquitäten GmbH (KuA).

Den Angaben nach bestanden nachweisbar seit 1968 Verbindungen zwischen Import- und Exportfirmen der DDR, die mit Kunst und Antiquitäten handelten, und den SKD. Belegt ist der Verkauf von Beständen, um die Erwerbung des Triptychons «Der Krieg» von Otto Dix zu finanzieren. Auch in den Jahren danach gab es mehrfach Anweisungen von staatlicher Seite, Kunstwerke zur Devisenbeschaffung aus dem Bestand auszusondern, wobei deren Herkunft - aus dem Museum, aus Nachlässen und Einlagerungen oder Enteignungen - keine Rolle spielte.

Die 1973 gegründete KuA erwirtschaftete mit der Ausfuhr von Kunstwerken, Antiquitäten und sonstigen Waren Valuta-Gewinne. Sie übernahm private und staatseigene Kunsthandlungen, mit Hilfe der Staatssicherheit wurden Eigentümer kriminalisiert, verhaftet, verurteilt und enteignet und auch Museen unter Druck gesetzt. Basierend auf Archivmaterial soll nun die Einflussnahme untersucht werden, die maßgeblichen Akteure und ihr Handeln bei den SKD werden den Angaben zufolge beleuchtet. Im Zuge der Auflösung des großen Warenlagers der KuA in Mühlenbeck (Brandenburg) übernahmen die SKD zahlreiche Kunstwerke verschiedenster Herkunft - allein 211 davon kamen ins Kunstgewerbemuseum.

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