Es wäre ein Hoffnungszeichen im zweiten Corona-Frühling: die Prozessionen der Osterreiter in der Lausitz. «Doch jetzt müssen wir uns noch in Geduld üben. Ab Palmsonntag werden die Zahlen abzusehen sein», sagte Steffen Kobalz. Der Wittichenauer ist Leiter des größten Kreuzreiter-Aufzugs im sorbischen Städtedreieck Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda. Seit 1990 verkündet er am Ostersonntag singend und betend die Botschaft von der Auferstehung des Herrn vom Rücken der Pferde. Die jahrhundertealte Tradition fiel im vergangenen Jahr der Corona-Krise zum Opfer. In diesem Jahr sollen Hygienekonzepte das Osterreiten möglich machen.
Über ein solches Papier haben sich die Kantoren der sorbisch-katholischen Kirchgemeinden der Oberlausitz nach eigenen Angaben bei ihrer jüngsten Versammlung beraten. Konkrete Pläne für den Ostersonntag gibt es noch nicht. Der Bautzener Dekan Veit Scapan stehe aber als Leiter der Stabsstelle Sorbische Angelegenheiten des Bischöflichen Ordinariats «in intensivem Kontakt mit den zuständigen Ansprechpersonen», um die Fragen zu klären, so Bistumssprecher Michael Baudisch.