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Janowski befürchtet Einschnitte für Kultur nach Krise

Chefdirigent Marek Janowski probt mit den Musikern der Dresdner Philharmonie im Konzertsaal des Kulturpalastes. Foto: Matthias Rietschel/dpa/Archivbild
Chefdirigent Marek Janowski probt mit den Musikern der Dresdner Philharmonie im Konzertsaal des Kulturpalastes. Foto: Matthias Rietschel/dpa/Archivbild

Der Dirigent Marek Janowski befürchtet harte Einschnitte für die Kultur auch nach Abflauen der Corona-Krise. Es sei gut, wenn ein Mann wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Kunst und Kultur als Lebensmittel bezeichne, sagte der 81 Jahre alte Chefdirigent der Dresdner Philharmonie am Mittwoch. Die Realität sei aber, wenn man in ein paar Monaten «in die Stadtsäckel schauen muss».

Es sei sicher, dass sich alle Parteien nach dem Ende der Pandemie die Prioritätenfrage stellen. Es gehe um die Frage, was man sich noch leisten könne im Musikbetrieb, wenn viele pleite sind. Eine Musikstadt wie Dresden könne sich einen solchen Verzicht eigentlich nicht erlauben: «Ich befürchte aber, dass da in Deutschland einiges passieren wird.»

Auch wenn es im neuen Jahr einen Impfstoff geben sollte - weg sei das Virus damit nicht, sagte Janowski: «Aber eines ist sicher. Alle Kassen sind leer.» Daran komme keiner vorbei. Beim Lockdown wünsche er sich mehr länderspezifische Regelungen. Man sollte da flexibler sein: «Ich würde es verdammt schön finden, wenn in ein paar Wochen hier wieder 300 oder 400 Leute überall verstreut sitzen könnten.»

Janowski äußerte sich auch zu Gründen, warum er seinen Vertrag in Dresden nur um ein Jahr bis 2023 verlängerte. Ab einem bestimmten Alter habe man die Pflicht, in sich hineinzuhören und ein Bild seiner körperlichen und mentalen Verfassung zu erstellen. Er fühle sich im Augenblick fit. Das Orchester brauche als Nachfolger aber einen Chef, der vom Lebensalter her eine längere Zukunftsaussicht hat.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH