Bei dem spektakulären Juwelendiebstahl aus dem Historischen Grünen Gewölbe haben die Täter das Fenstergitter am Residenzschloss bereits Tage vorher durchtrennt und dann provisorisch zusammengeklebt. Einen entsprechenden Verdacht der Ermittler bestätigte die Regierung in der Antwort auf eine Anfrage des Linke-Landtagsabgeordneten Rico Gebhardt. Die Aktion in der Nacht vom 18./19. oder 20./21. November 2019 sei unbemerkt geblieben. «Weshalb das niemandem auffiel, gehört zu den großen ungeklärten Fragen bei diesem Verbrechen», sagte Gebhardt am Sonntag. Nach Angaben des Kulturministeriums ist auf den ausgewerteten Videoaufnahmen nichts erkennbar, weil der Bereich zwischen Mauer und Einstiegsfenster ständig im Dunkel liegt.
«Neuerlich schockiert» zeigte sich der Politiker angesichts des Eingeständnisses, dass die Außenhautsicherung deshalb versagte, weil das Einstiegsfenster im toten Winkel und der entsprechende Scanner am Tattag nicht scharf geschaltet war. «Ich will wissen, ob dies auf menschliches Versagen zurückzuführen ist oder ob die Täter vielleicht doch Insiderwissen hatten.»