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Ministerium: Sachsen beginnt mit Kinderimpfungen

Ein Apotheker hält eine Ampulle des Impfstoffs „Comirnaty“ für Kinder vom Hersteller Biontech/Pfizer in den Fingern. / Foto: Marius Becker/dpa
Ein Apotheker hält eine Ampulle des Impfstoffs „Comirnaty“ für Kinder vom Hersteller Biontech/Pfizer in den Fingern. / Foto: Marius Becker/dpa

Nach ersten Arztpraxen und Krankenhäusern wird auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mit der Impfung von Kindern zwischen fünf und elf Jahren in Sachsen beginnen. Zum Auftakt ist an diesem Samstag ein Kinder-Impftag in den Impfzentren Dresden und Leipzig sowie dem Gesundheitsamt Chemnitz geplant, in den Weihnachtsferien vom 27. bis 30. Dezember soll dann täglich dort geimpft werden und ab dem 8. Januar jeden Samstag, wie das Sozialministerium in Dresden am Dienstag mitteilte. Es werde einen gesonderten Impfbereich mit Kinderärzten geben und pro Impfstelle voraussichtlich 200 Impfungen - am 18. Dezember ohne Termin.

Der Freistaat hat 20.000 Dosen des speziell dosierten Impfstoffs von Biontech/Pfizer bestellt. Bisher sei noch keiner da, er solle im Laufe der Woche eintreffen, sagte eine Ministeriumssprecherin. Auch die Termine für die Impfungen ab dem 27. Dezember über das Online-Buchungsportal sollen bis dahin gebucht werden können. Die Familienimpftage sind zusätzliche Angebote und erster Ansprechpartner sind die 227 Kinderarztpraxen, auch wegen des hohen Beratungsbedarfs der Eltern.

«Wichtig ist, dass die Impfungen kindgerecht ablaufen», sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Auch mit den regelmäßigen Impfangeboten vieler Krankenhäuser gebe es ein flächendeckendes Angebot für diese Altersgruppe. Der Freistaat biete ergänzend Möglichkeiten gerade am Wochenende. «Wichtig ist mir aber: Um die Kinder zu schützen, kommt es vor allem auf die Erwachsenen an - ich appelliere dringend an alle, sich impfen zu lassen.»

Der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) zeigte sich überrascht von der Ankündigung des Ministeriums per Pressemitteilung. Es seien zunächst Gespräche über die Möglichkeit und Form von Kinderimpfungen vorgesehen. Ein «solches Vorpreschen» trage nicht zu vertrauensvoller Zusammenarbeit bei, kritisierte er. Es gehe um einen geordneten und abgestimmten Rahmen sowie Verlässlichkeit für Eltern und Kinder.

Auch die Sächsische Impfkommission empfiehlt die Impfung für Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen und solchen, die Kontakt zu Risikopersonen haben. Darüber hinaus können aber auch alle anderen Kinder geimpft werden, wenn Einverständnis zwischen Eltern und Kinderarzt besteht. Nach Ministeriumsangaben haben rund 20 Kinderkliniken und -ambulanzen landesweit regelmäßige Impfangebote angekündigt - die ersten gab es schon.

Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Sachsen, Klaus Heckemann, rät bezüglich gesunder Fünf- bis Elfjähriger zur Vorsicht. Die Verhältnismäßigkeit müsse gewahrt werden, Angst vor gesellschaftlichem Druck bei den Eltern dürfe kein Motiv sein, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Der Nutzen einer Impfung bei Kindern sei viel geringer als bei den Älteren, wo sie schwere Erkrankung oder Tod vermeiden könne bei deutlich weniger Nebenwirkungen wegen einer niedrigeren Immunantwort.

Bei Kindern sei es genau andersherum, «für das gesunde Kind geht der Nutzen gegen Null». Heckemann hält es daher für falsch, diese nun so in den Vordergrund zu stellen, um hohe Impfzahlen zu haben. Mehr Freiheiten für den Nachwuchs, die Vermeidung von Ärger in der Schule oder der Zugang zu Freizeiteinrichtungen seien keine Indikation.

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