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Breslau als Start für European Peace Ride

Radfahrer sind beim «European Peace Ride» auf dem Weg von Chemnitz nach Prag vor der Augustusburg unterwegs. / Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Radfahrer sind beim «European Peace Ride» auf dem Weg von Chemnitz nach Prag vor der Augustusburg unterwegs. / Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Als europäische Kulturhauptstadt frönt Chemnitz auch der Sportkultur. Schon bei der Bewerbung hatte der Radsport eine große Rolle gespielt. In Anlehnung an die Internationale Friedensfahrt geht der European Peace Ride 2022 in die zweite Auflage - mit Start in Polen.

Auf dem Weg zur Kulturhauptstadt Europas 2025 soll der European Peace Ride (EPR) dieses Jahr auch durch Polen führen. Zudem wird das Teilnehmerfeld erweitert. Waren voriges Jahr die Radsportler von Chemnitz nach Prag und zurück gefahren, sei dieses Jahr Wrocław (Breslau) als Startpunkt vorgesehen, sagte Cheforganisator Kai Winkler der Deutschen Presse-Agentur.

Zudem werde die Zahl der Teilnehmer von 80 auf 120 erweitert, davon je 20 aus Polen und Tschechien. Er hoffe, dass mehrere Para-Sportler - Fahrer mit Behinderung - mit von der Partie sein werden, erklärte Winkler.

Wrocław gehört zu den Vorgängern von Chemnitz als europäische Kulturhauptstadt. Die mehr als 600.000 Einwohner zählende Stadt im Westen Polens hatte den Titel 2016 inne. Zudem sei es eine sehr radsport-affine Stadt, betonte Winkler. Von dort soll die Tour den bisherigen Plänen zufolge über das Riesengebirge nach Mladá Boleslav in Tschechien führen und am zweiten Tag über den Erzgebirgskamm nach Chemnitz. Geplant ist das Ganze am ersten Wochenende im September.

Den European Peace Ride auf das Drei-Länder-Eck Polen, Tschechien und Deutschland auszudehnen, sieht der Chef der Kulturhauptstadt GmbH, Stefan Schmidtke, als Pilotprojekt. Ziel sei es, dies zu verstetigen und in dieser Form dauerhaft zu etablieren, sagte er der dpa. Dazu bedürfe es aber auch einer längerfristigen Finanzierung, die sichergestellt werden müsse.

Im Schnitt müssten die Radfahrer Tempo 28 fahren und dabei 2200 Höhenmeter überwinden, erklärte Winkler mit Blick allein auf die geplante erste Etappe. «Für ambitionierte Freizeitsportler ist das eine Hausnummer.» Doch sei der EPR anders als die frühere Friedensfahrt kein reguläres Radrennen. So fahren Frauen und Männer gemeinsam, und es gehe nicht darum, zuerst am Ziel zu sein. Im Vordergrund stehe vielmehr, gemeinsam den Zielbogen zu erreichen.

Der European Peace Ride soll einerseits Gedanken der Internationalen Friedensfahrt wiederaufleben lassen. Das Radrennen war 1948 ins Leben gerufen worden, um in Zeiten des Kalten Krieges zur europäischen Verständigung beizutragen. Das Rennen war 2006 letztmalig ausgetragen worden. Der völkerverbindende Gedanke sei angesichts der aktuellen Konflikte in der Welt wieder brandaktuell, hieß es. Darüber hinaus soll der EPR weitere Werte in den Fokus rücken, etwa Gleichberechtigung und Inklusion.

Nach dem Willen der Organisatoren sollen sich im September neben dem regulären Teilnehmerfeld interessierte Radfahrer dem Tross auf einzelnen Abschnitten anschließen können. «Wir sehen das sehr gern», erklärte Winkler. Allerdings müsste dies von den jeweiligen Kommunen entlang der Strecke organisiert werden. Zugleich hoffe er auf eine bessere Begleitung durch die Polizei - zumindest auf deutscher Seite habe es da voriges Jahr erhebliche Probleme gegeben.

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