Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes der Länder finden in dieser Woche in Sachsen Streiks an Schulen statt. Lehrerinnen und Lehrer sind für diesen Mittwoch im Raum Leipzig zu einem Warnstreik aufgerufen, während am Freitag öffentliche Schulen in der Region Dresden folgen werden. Die Gewerkschaft GEW, der Sächsische Lehrerverband und der Beamtenbund rufen zu diesen Warnstreiks auf. Was müssen Schüler und Eltern also erwarten?
Welche Regionen sind betroffen?
Am Mittwoch beteiligen sich Lehrkräfte aus den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen sowie aus der Stadt Leipzig am Warnstreik. Am Freitag sind dann die Stadt Dresden sowie die Landkreise Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge betroffen. In Leipzig und Dresden sind Demonstrationen geplant. In der folgenden Woche werden die restlichen sächsischen Regionen ebenfalls einbezogen.
Wie viele Schulen sind betroffen?
Das Landesamt für Schule und Bildung hat noch keine genauen Informationen darüber, wie viele Lehrer und Schulen an den Warnstreiks teilnehmen werden. Man erwartet Unterrichtsausfälle, jedoch keine großangelegten Proteste, so ein Sprecher. Auch von der Gewerkschaft gibt es keine klaren Zahlen zu den betroffenen Schulen.
Was ist mit der Schulpflicht, wird sie aufgehoben?
Die Schulpflicht bleibt weiterhin bestehen, auch während des Warnstreiks der Lehrkräfte. Schülerinnen und Schüler werden also weiterhin zum Unterricht aufgerufen. "Die Schulen bleiben auf, wir sind vorbereitet", teilte Staatsminister Conrad Clemens (CDU) mit. Die Bildungsstätten wurden angewiesen, eine Betreuung für Kinder und Jugendliche sicherzustellen, so das Landesamt.
Gibt es eine Notbetreuung an den Schulen?
Im Falle von Unterrichtsausfällen wird eine Notbetreuung sowie Vertretungsunterricht an den Schulen angeboten. Eltern wird geraten, die Informationen der Schulleitungen aufmerksam zu verfolgen, um spezielle Regelungen nicht zu verpassen, so das Landesamt für Schule und Bildung.
Wie viele Lehrkräfte werden streiken?
Die Gewerkschaft geht insgesamt von mehreren Hundert streikenden Lehrkräften aus. Viele entscheiden erst am Streiktag, ob sie teilnehmen. Eine genaue Zahl wird also erst nach den Streiks erwartet.
Da etwa 40 Prozent der Lehrkräfte in Sachsen verbeamtet sind, haben sie nicht die Möglichkeit zu streiken, erklärt das Landesamt für Schule und Bildung. Deshalb wird ein Teil der Lehrkräfte weiterhin im Einsatz sein. In Leipzig sind schätzungsweise 51 Prozent der Lehrkräfte verbeamtet.
Rechnerisch bleiben somit rund 2.900 von 5.700 Lehrkräften aktiv. In der Landeshauptstadt werden voraussichtlich etwa 2.150 der insgesamt rund 4.900 Lehrkräfte an den Schulen sein. Dort sind 44 Prozent der Lehrkräfte verbeamtet.
Warum dürfen Beamte nicht streiken?
Verbeamtete Lehrer verzichten mit ihrer Anstellung auf das Streikrecht, erklärt ein Sprecher des Landesamts. Dies wird unter anderem mit ihrer besonderen Pflicht zur Loyalität und Treue gegenüber dem Staat begründet. In Sachsen sind rund 42 Prozent der Lehrer verbeamtet. Insgesamt gibt es etwa 34.000 Lehrkräfte, so das Landesamt.
Warum streiken die Lehrkräfte?
Die Gewerkschaften fordern für über 920.000 Tarifbeschäftigte der Länder eine Lohnerhöhung von sieben Prozent - mindestens jedoch 300 Euro mehr. Der Tarifvertrag betrifft nicht nur Lehrkräfte, sondern auch viele andere Berufe. bundesweit sind etwa 2,2 Millionen Menschen betroffen. Der Abschluss soll auch auf rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamte übertragen werden. Die abschließende Verhandlungsrunde findet vom 11. bis 13. Februar statt.
Was sagt die Arbeitgeberseite?
Von Seiten der Arbeitgeber wird die Ausweitung der Streiks kritisiert. Die Länder haben Eckpunkte für einen Einigungskorridor vorgeschlagen, sagte der Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), Andreas Dressel. Man sei bereit, zentrale Forderungen der Gewerkschaften zu erfüllen. Der Korridor beinhaltet unter anderem "eine mögliche Gehaltserhöhung, die leicht über der Inflation in drei Schritten und über drei Haushaltsjahre erfolgt".
Was ist in den nächsten Wochen geplant?
In der kommenden Woche sind ebenfalls Streiks in Sachsen angesetzt. Am Montag sind Warnstreiks im Landkreis und in der Stadt Zwickau sowie im Vogtlandkreis geplant. Am Dienstag folgt die Stadt Chemnitz, einschließlich des Landkreises Mittelsachsen und des Erzgebirges. Zum Schluss versammeln sich streikende Lehrkräfte aus den Landkreisen Bautzen und Görlitz.
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