Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig hat sich für eine zügige Anhebung des Mindestlohnes auf 12 Euro je Stunde ausgesprochen. Allein im Freistaat würden davon rund 610 000 Menschen und nahezu jeder dritte Beschäftigte profitieren, sagte der SPD-Politiker am Montag in Dresden. Er verwies auf Sondierungsgespräche auf Bundesebene - ein höherer Mindestlohn sei ein zentraler Punkt der SPD. «Beschäftigte müssen Respekt und Wertschätzung erfahren.»
Dulig verwies auf eine vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Studie zur Einführung des flächendeckenden Mindestlohnes Anfang 2015. Diese habe gezeigt, dass es anders als befürchtet langfristig keine dämpfende Effekte auf Investitionen von Unternehmen und die Beschäftigungsdynamik in Sachsen gegeben habe. Er warnte angesichts der Diskussion über eine weitere Erhöhung vor einem «Déjà-vu». Gerade angesichts des Fachkräftemangels seien faire Löhne für Unternehmen wichtig. Bis 2030 gibt es laut Dulig allein in Sachsen rund 200 000 Menschen weniger im erwerbsfähigen Alter.