Die Forderungen des sächsischen Regierungschefs Michael Kretschmer (CDU) nach längeren Arbeitszeiten und späterer Renteneintritte sorgen im Landtag für Diskussionen. «Wenn Michael Kretschmer jetzt eine Verlängerung der Arbeitszeiten im Osten fordert - in dem Wissen, dass wir hier ohnehin schon bis zu zwei Wochen mehr arbeiten als im Westen - ist das zynisch», sagte der sächsische Arbeitsminister Martin Dulig (SPD) am Donnerstag auf Anfrage. Dulig zufolge sei es wesentlich sinnvoller, wenn die Tarifbindung in Sachsen endlich steigen würde. Kretschmer will mit seinen Vorschlägen den Mangel an Arbeitskräften in den Griff bekommen.
Kretschmer hatte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Donnerstag gesagt, dass alle eine Stunde pro Woche länger arbeiten könnten, um dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken. «Würde jeder Erwerbstätige in Deutschland nur eine Stunde pro Woche länger arbeiten, würde sich ein großes Potenzial für die Bekämpfung des Fachkräftemangels ergeben.» Zudem brauche es neue Arbeitszeitmodelle und mehr Anreize für Arbeiten über die Rente hinaus.