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Politiker fordern Bewegung in Riesa-Tarifstreit

Im Tarifkonflikt bei Teigwaren Riesa haben sich Bundestagsabgeordnete aus Sachsen und Baden-Württemberg in einem Schreiben an die Eigentümerfamilie gewandt. Die sechs Politiker und Politikerinnen von SPD, Linken und Grünen fordern darin anlässlich des Jahrestages des Mauerfalls am 9. November, dass gleichwertige Arbeits- und Lohnbedingungen geschaffen werden und Niedriglöhne der Vergangenheit angehören müssten. Die Mail wurde am Freitag von der Gewerkschaft NGG verbreitet.

Der Nudelhersteller Teigwaren Riesa ist eine Tochter des schwäbischen Unternehmens Alb-Gold Teigwaren aus Trochtelfingen. Der Tarifkonflikt im sächsischen Riesa schwelt seit Wochen. Die NGG hatte ein Lohnplus von zwei Euro pro Stunde gefordert. Viele Mitarbeiter verdienten mit 12,51 Euro nur etwas mehr als den Mindestlohn. Die Geschäftsführung hatte diese Forderung als unrealistisch zurückgewiesen und ein Plus in zwei Schritten von insgesamt 1,20 Euro pro Stunde angeboten. Dazu käme eine Einmalzahlung von 400 Euro.

Die Abgeordneten warfen der Geschäftsführung eine Blockadehaltung vor. Der Lohnunterschied zwischen Ost und West müsse fallen. Der Brief wurde von Fabian Funke und Martin Rosemann (SPD), Beate Müller-Gemmeke und Kassem Taher Saleh (Grüne) sowie Sören Pellmann und Jessica Tatti (Linke) unterzeichnet.

Der Geschäftsführer von Riesa Teigwaren, Mike Hennig, hatte am Donnerstag kritisiert, dass die NGG mit Unterstützung von Politikern von SPD, Linken und Grünen den Mauerfall mit dem Tarifkonflikt in Verbindung bringe: «Erstens sollte sich Politik aus Tarifverhandlungen heraushalten, zweitens sollten wir uns daran erinnern, was wir dem 9. November 1989 zu verdanken haben und wer uns, drittens, beim Aufbau in Ostdeutschland unterstützt hat.»

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