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DGB verlangt Maßnahmen gegen Jobverlust in Sachsen

DGB verlangt Maßnahmen gegen Jobverlust in Sachsen
Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Sachsen fordert für 2026 eine Offensive für eine starke Wirtschaft, gute Jobs und Demokratie.(Archivbild) / Foto: Sebastian Willnow/dpa
Von: DieSachsen News
Der Deutsche Gewerkschaftsbund will in die Offensive gehen, verlangt das aber in erster Linie von der Politik. Es geht um eine Stärkung der Wirtschaft und Demokratie und nicht zuletzt um gute Jobs.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Sachsen fordert für das neue Jahr eine Offensive zur Stärkung der Wirtschaft, für gute Jobs, Demokratie und Zusammenhalt. «Die Lage ist in Sachsen ernst. Viele Menschen bangen um ihre Arbeitsplätze», sagte der DGB-Chef Markus Schlimbach der Deutschen Presse-Agentur. Nötig sei ein konstruktives Miteinander der demokratischen Parteien und der Staatsregierung.

DGB: Politik soll handeln, nicht nur ankündigen

Die schwierige Wirtschaftslage sei inzwischen auf dem Arbeitsmarkt angekommen, betonte Schlimbach. «Die Zahl der Arbeitslosen steigt, die Zahl der gemeldeten offenen Stellen geht zurück.» Die Arbeitslosigkeit liege damit auf dem Niveau von vor zehn Jahren, besonders betroffen seien Industrie und Leiharbeit. Die Politik müsse jetzt handeln und nicht nur ankündigen, etwa beim Industriestrompreis.

Der DGB sieht auch die Arbeitgeber in der Pflicht. Sie sollten Fachkräfte halten und ihre Personalpolitik mit mehr Weitblick gestalten. «Fachkräfte, die erst mal weg sind, können nur schwer wiedergewonnen werden», so Schlimbach. Zudem seien junge Menschen besonders vom Abbau von Ausbildungsplätzen betroffen. «Die betriebliche Ausbildung zurückzufahren, ist ein vollkommen falscher Weg.»

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DGB-Chef verlangt Einbeziehung der Sozialpartner auf Augenhöhe 

Schlimbach betonte, dass die Zukunft Sachsens gemeinsam gestaltet werden muss. Erste positive Ansätze seien 2025 erkennbar gewesen, als das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit Gewerkschaften und Arbeitgebern um die Sicherung von Industriearbeitsplätzen in den Branchen Automobil oder Chemie gerungen habe. Die Einbeziehung der Sozialpartner auf Augenhöhe müsse weiter ausgebaut werden.

Voraussetzung sei das Vertrauen der Beschäftigten, «dass sie nicht diejenigen sind, die durch Entlassungen oder durch Streichung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder die Ausweitung der Arbeitszeit, die Krise bezahlen müssen», sagte Schlimbach. «Einem sozialen Kahlschlag werden wir als Gewerkschaften uns klar entgegenstellen.» 

Sachsen droht bei Fachkräften weiter an Attraktivität zu verlieren

Nach Ansicht des DGB droht Sachsen bei Fachkräften weiter an Attraktivität zu verlieren. Niedrige Löhne und schlechtere Arbeitsbedingungen als in anderen Bundesländern würden vor allem aus der geringeren Tarifbindung resultieren. Sachsen liege hier im bundesweiten Vergleich im Hinterfeld: Nur 41 Prozent der Beschäftigten arbeiteten nach Tarifvertrag. «Da ist noch viel Luft nach oben.» Von allen hiesigen Unternehmen hätten lediglich 16 Prozent einen Tarifvertrag.

«Zu viele Arbeitgeber pflegen noch die veraltete "Herr-im-Haus-Mentalität". Das führt die Unternehmen zunehmend in die Sackgasse», argumentierte der DGB-Chef. Die Zahl der Pendler aus Sachsen in andere Bundesländer habe weiter zugenommen. «Das muss ein deutliches Warnsignal für die Arbeitgeber sein.» Wer Fachkräfte halten oder gewinnen wolle, müsse ihnen mehr bieten als Sachsenstolz und Obstschale.

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