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Mehr behinderte Menschen arbeitslos als vor der Pandemie

Ein Mann arbeitet in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
Ein Mann arbeitet in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Die Corona-Krise hat nach Experteneinschätzung das Risiko behinderter Menschen erhöht, lange Zeit arbeitslos zu bleiben. Zwar hätten auch Menschen mit Behinderung zuletzt vom Rückgang der Arbeitslosigkeit in Sachsen profitiert, jedoch nicht so sehr wie die Erwerbslosen insgesamt. So habe die Zahl der Arbeitslosen in dieser Personengruppe im Oktober noch immer mehr als 5 Prozent höher als vor der Pandemie gelegen, teilten die Aktion Mensch und das Handelsblatt Research Institut am Dienstag zu ihrem Inklusionsbarometer Arbeit mit. Immerhin liegt der Freistaat damit unter dem Bundesschnitt von mehr als 8 Prozent Zuwachs.

Menschen mit Behinderung werden laut Institutsleiter Bert Rürup deutlich länger mit den Negativfolgen der Pandemie zu kämpfen haben. So steige die Gefahr, dass mehr von ihnen in Langzeitarbeitslosigkeit abrutschten. In den Jahren vor der Pandemie hatte sich auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland ihre Situation den Angaben nach stetig verbessert. Nun liege das Niveau der Inklusion wieder auf dem Stand von 2016. «Alle seither erreichten Fortschritte sind verloren», konstatierte Rürup.

Menschen mit Behinderung würden zwar von einer absehbaren Erholung des Arbeitsmarktes profitieren, dies aber wohl langsamer als Menschen ohne Behinderung. Grund seien auch ausgebliebene Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen. Hier drohe ein «Rückstau», der schnell aufgelöst werden müsse, so Rürup.

Den höchsten Anstieg der Arbeitslosenzahlen bei Menschen mit Behinderung verzeichnen der Studie zufolge die Bundesländer Hamburg mit einem Plus von fast 16 Prozent im Vergleich zum Oktober 2019 sowie Bayern mit einem Plus rund 14 Prozent im gleichen Zeitraum. Am geringsten ist er in Thüringen und Sachsen-Anhalt mit weniger als einem Prozent.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH