Wer sein Auto in die Werkstatt bringt, erwartet, dass der Mechaniker den Fehler findet und behebt. Doch genau diese Fähigkeit ist bei vielen frisch ausgelernten Kfz-Mechatronikern nicht ausreichend vorhanden. Studien zeigen, dass viele Azubis am Ende ihrer Ausbildung das angestrebte Können nicht vollständig erreichen. Ein weiteres Problem: Die praktischen Prüfungen sind oft nicht vergleichbar, weil jeder Prüfling an anderen Fahrzeugen mit unterschiedlichen Fehlern arbeitet.
In Dresden startet jetzt ein Modellprojekt, das diese Probleme lösen soll. Vom 28. Januar bis 2. Februar absolvieren rund 100 angehende Kfz-Mechatroniker ihre praktische Abschlussprüfung erstmals nicht nur an echten Autos, sondern auch an einer Computer-Simulation. Die digitale Prüfungsstation wurde von der Professur für Berufspädagogik der TU Dresden entwickelt.
Handwerk bleibt wichtig
Trotz der Digitalisierung bleibt die Arbeit an echten Fahrzeugen ein zentraler Teil der Ausbildung. „Die handwerklichen Fähigkeiten bleiben ein zentraler Bestandteil der Ausbildung und werden weiterhin an realen Fahrzeugen geprüft, um die praktische Kompetenz der Prüflinge sicherzustellen", betont Hustig. Eine vollständige Digitalisierung aller Prüfungsinhalte ist nicht möglich und auch nicht geplant.
Parallel zur Prüfungsstation entwickelt das Team der TU Dresdem eine digitale Selbstlernstrecke für Azubis. Dresden übernimmt mit diesem Projekt eine Vorreiterrolle. Die Computer-Simulation könnte künftig auch bei weiteren Abschlussprüfungen in Sachsen und bundesweit zum Einsatz kommen.