In einer emotionalen Zeremonie hat der Freistaat Sachsen weitere Gebeine aus der Kolonialzeit an das Herkunftsland Australien zurückgegeben. Zu der feierlichen Übergabe am Donnerstag im Grassi Museum für Völkerkunde in Leipzig waren auch Nachfahren der australischen Indigenen angereist. Die Rückgabe sei ein wichtiger Schritt hin zu Versöhnung und Verständigung, sagte Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU). «Dass Verstorbene als Sammlungsobjekte in Museen verwahrt und auch öffentlich ausgestellt wurden, ist beschämend. Wir bedauern das sehr.»
Übergeben wurden die Gebeine von sechs Menschen aus dem ethnographischen Bestand der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). Sie stammten aus Grabplünderungen sowie von Opfern gewaltsamer Auseinandersetzungen, wie die SKD mitteilten. Es war bereits die dritte Rückgabe. Im April und November 2019 waren die Überreste von 83 Menschen, die zuvor Teil der Sammlungen waren, nach Australien zurückgekehrt. Die Rückgaben seien ein wichtiger Teil der Dekolonialisierung der ethnologischen Museen Sachsens.