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Datenbank zeigt Leid in mehr als 450 DDR-Heimen in Sachsen

Trägerverein der Gedenkstätte Jugendwerkhof Torgau erhält Datenbank zu mehr als 450 DDR-Heimen in Sachsen. (Archivbild) / Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Trägerverein der Gedenkstätte Jugendwerkhof Torgau erhält Datenbank zu mehr als 450 DDR-Heimen in Sachsen. (Archivbild) / Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Mehr als 450 Heime, versteckte Missstände, tiefe Narben: Eine neue Datenbank macht das Leiden von Kindern, Jugendlichen und Behinderten in der DDR erstmals sichtbar.

Mit einer einzigartigen Dokumentation hat Sachsens Sozialministerium das erlittene Unrecht tausender Kinder, Jugendlicher und behinderter Menschen in Heimen der DDR aufgearbeitet. Eine entsprechende Datenbank wurde nun dem Trägerverein der Gedenkstätte Jugendwerkhof Torgau übergeben, wie das Ministerium mitteilte.

Daten über mehr als 450 Heime der DDR

In den vergangenen 17 Monaten sei die Datendokumentation zu Kinder- und Jugendheimen sowie zu Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie in Sachsen für den Zeitraum 1949-1990 erstellt worden. Darin sind mehr als 450 Heime und Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie erfasst, wie es weiter hieß.

«Unterbringungsformen, Missstände, Machtmechanismen und deren Folgen über Generationen hinweg werden sichtbar gemacht», betonte Sozialministerin Petra Köpping (SPD). Zusammenhänge würden als ein mahnendes Zeichen für die Notwendigkeit einer von Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit getragenen Gegenwart und Zukunft verdeutlicht.

Der Trägerverein wird bis Jahresende eine «digitale Landkarte der Erinnerungsorte» erstellen und veröffentlichen. Damit werde ein dauerhafter Baustein der Erinnerungskultur geschaffen, der einen neuartigen Zugang zu einem bislang weitgehend verdrängten Kapitel der DDR-Geschichte biete, teilte das Ministerium mit.

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